Wegen Corona Bundeswahlleiter erwartet Briefwahlrekord

Die Zahl der Briefwähler steigt seit Jahren. Und der Bundeswahlleiter rechnet damit, dass es bei der kommenden Wahl noch mal einen Schub gibt. Dadurch könnte die Auszählung länger dauern.
Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes und Bundeswahlleiter

Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes und Bundeswahlleiter

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Nach den Erfahrungen der jüngsten Landtagswahlen rechnet Bundeswahlleiter Georg Thiel bei der Bundestagswahl im September angesichts der Pandemie mit mehr Briefwählern denn je. Der Anteil sei seit Einführung der Briefwahl 1957 immer gestiegen und liege aktuell bei etwa 29 Prozent, sagte Thiel im Deutschlandfunk. Schon die jüngsten Landtagswahlen hätten demgegenüber eine ungefähre Verdopplung angezeigt – »und ich glaube, das ist auch eine Marschrichtung für den 26. September«.

Es müsse dann mit »ein klein wenig Verzögerung« bei der Auszählung gerechnet werden, sagte Thiel weiter und erklärte: »Sie müssen einmal den Briefwahlumschlag aufmachen, dann müssen Sie gucken, ob die Bestätigung richtig drin ist, und dann erst kommt der Wahlzettel zum Auszählungsvorgang.«

Briefwahl kann ab Montag beginnen

Dennoch zeigte er sich optimistisch, dass noch in der Nacht oder am Morgen ein vorläufiges amtliches Endergebnis verkündet werden könne. Thiel betonte, dass die Briefwahl sicher sei und die Auszählungsergebnisse »transparent erzeugt« würden. »Jeder Bürger kann dort hingehen und zusehen, wie ausgezählt wird«, sagte er.

Knapp sechs Wochen vor der Bundestagswahl kann am Montag die Briefwahl in Deutschland beginnen. Dies ist nach Fertigstellung der Wählerverzeichnisse möglich. Stichtag dafür war Sonntag, 15. August.

muk/AFP/dpa