Bundestagswahlen Die Ergebnisse der Parteien seit 1949

SPD und Union haben bei der Bundestagswahl deutliche Stimmenverluste erlitten. Wie schnitten die Parteien bei vergangenen Abstimmungen ab? Der Überblick.

Reichstagsgebäude in Berlin
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Reichstagsgebäude in Berlin


Die SPD hat bei der Bundestagswahl das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren. Ersten Prognosen zufolge kommen die Sozialdemokraten nur noch auf gut 20 Prozent der Stimmen. Eine ARD-Hochrechnung (Stand: 18.57 Uhr) sieht die Union bei 33,1 Prozent, die SPD bei 20,4 Prozent. Platz drei geht an die AfD (13,2 Prozent) vor FDP (10,4 Prozent), Grünen (9,3 Prozent) und der Linken (8,9 Prozent).

Damit ist der Zweitstimmenanteil der SPD 2017 nicht einmal mehr halb so groß wie 1972, als die Partei mit 45,8 Prozent das beste Ergebnis ihrer Geschichte holte. Selbst 1998 entschieden sich noch fast 41 Prozent der Wähler für die SPD.

Wie haben die anderen Parteien bei den Bundestagswahlen seit 1949 abgeschnitten? Wer verpasste wann den Einzug ins Parlament?

Die Zweitstimmenanteile der Parteien bei den vorherigen Bundestagswahlen im Überblick:

Bundestagswahlen - Zweitstimmenergebnisse seit 1949

Jahr Union SPD FDP Grüne* Linke** AfD Sonstige
2017 33,0 20,5 10,7 8,9 9,2 12,6 5,1
2013 41,5 25,7 4,8 8,4 8,6 4,7 6,3
2009 33,8 23,0 14,6 10,7 11,9 6,0
2005 35,2 34,2 9,8 8,1 8,7 4,0
2002 38,5 38,5 7,4 8,6 4,0 3,0
1998 35,2 40,9 6,2 6,7 5,1 5,9
1994 41,5 36,4 6,9 7,3 4,4 3,5
1990 43,8 33,5 11,0 5,0 2,4 4,3
1987 44,3 37,0 9,1 8,3 1,3
1983 48,8 38,2 7,0 5,6 0,4
1980 44,5 42,9 10,6 1,5 0,5
1976 48,6 42,6 7,9 0,9
1972 44,9 45,8 8,4 0,9
1969 46,1 42,7 5,8 5,5
1965 47,6 39,3 9,5 3,6
1961 45,3 36,2 12,8 5,7
1957 50,2 31,8 7,7 10,5
1953 45,2 28,8 9,5 16,5
1949 31,0 29,2 11,9 27,9

Angaben in Prozent; * 1980 bis 1987: Die Grünen, 1990 getrennt: Die Grünen (3,8%) und Bündnis '90 (1,2%), seit 1994: Bündnis 90/Die Grünen; ** 1990 bis 2002: PDS, 2005: Linksbündnis Die Linke/WASG, seit 2009: Die Linke;
Quelle: bundestag.de



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patschel 24.09.2017
1. Btw2017
Das schlimmste an der Wahl ist das Ergebnis der AFD. Rechtsextreme werden von normalen Steuerzahlern bezahlt. Dagegen muss man Vorgehen. Es darf nicht sein, dass Rechtsextreme im Bundestag zu Wort kommen. Sie sind mit allen Mitteln zu bekämpfen.
nadennmallos 24.09.2017
2. Nein, das ist es nicht ...
Zitat von patschelDas schlimmste an der Wahl ist das Ergebnis der AFD. Rechtsextreme werden von normalen Steuerzahlern bezahlt. Dagegen muss man Vorgehen. Es darf nicht sein, dass Rechtsextreme im Bundestag zu Wort kommen. Sie sind mit allen Mitteln zu bekämpfen.
..., hier äußert sich in erster Linie der Wutbürger und ja, auch Rechte sind dabei (... die vermutlich vorher bei CDU / CSU unterkamen). Die AfD wird dann wieder verschwinden, wenn die Großen sich auf ihre Arbeit besinnen und gute, transparente und schlüssige Politik machen: Ihrem Gewissen verpflichtet, weniger Lobbyarbeit und eine klare Kante zeigen.
monoman 24.09.2017
3.
Zitat von nadennmallos..., hier äußert sich in erster Linie der Wutbürger und ja, auch Rechte sind dabei (... die vermutlich vorher bei CDU / CSU unterkamen). Die AfD wird dann wieder verschwinden, wenn die Großen sich auf ihre Arbeit besinnen und gute, transparente und schlüssige Politik machen: Ihrem Gewissen verpflichtet, weniger Lobbyarbeit und eine klare Kante zeigen.
Ihr Wort in Gottes Ohr, aber über die Leute, die den Pfennig drei mal umdrehen müssen und wohl hauptsächlich die Hasspartei gewählt haben, hat man heute abend von den Wahlkämpfern noch kein Wort gehört (ausser von den Linken vielleicht). Und dass die von der ewigen Kanzlerin nun plötzlich etwas zu erwarten hätten, vor allen Dingen zusammen mit der freiheitlichen FDP, die nur die Freiheit der starken vertritt, auf genau diesen schwachen herum zu treten und den Grünen, die auch nur eine Art Wollsocken-FDP sind. Ich hab da so meine Zweifel...
monolithos 24.09.2017
4.
Zitat von patschelDas schlimmste an der Wahl ist das Ergebnis der AFD. Rechtsextreme werden von normalen Steuerzahlern bezahlt. Dagegen muss man Vorgehen. Es darf nicht sein, dass Rechtsextreme im Bundestag zu Wort kommen. Sie sind mit allen Mitteln zu bekämpfen.
Und eines dieser Mittel ist die vorübergehende und selektive Aussetzung der Demokratie? Zur Erinnerung (ist ja nun auch schon gute 2 Stunden her): Der Einzug der AfD in den Bundestag ist das Ergebnis einer demokratischen Wahl. Demokratie heißt übrigens "Herrschaft des Volkes" und nicht "Herrschaft der Vernunft", "Herrschaft der linken Mitte" oder "Herrschaft des gesunden Menschenverstands". Wenn Sie gegen die Präsenz dieser Rechtsextremen im Bundestag vorgehen wollen, müssen Sie dagegen vorgehen, dass mehrere Millionen Menschen in diesem Land sich von dieser Partei besser repräsentiert fühlen als von jeder anderen. Das heißt allerdings nicht, dass man diesen Leuten die Themen klauen soll, sondern dass man deren Wählern deren dumpfe Ängste nimmt, mit kluger, nachhaltiger Sachpolitik, von der alle was haben, zum Beispiel. Sonst passiert das Gleiche wie vor fast 90 Jahren in Deutschland oder vor 1 Jahr in den USA. Ich hoffe, dem neuen Parlament und der neuen Regierung gelingt das schnell, denn sie haben nur max. 4 Jahre dafür Zeit.
tosondi 24.09.2017
5.
Zitat von nadennmallos..., hier äußert sich in erster Linie der Wutbürger und ja, auch Rechte sind dabei (... die vermutlich vorher bei CDU / CSU unterkamen). Die AfD wird dann wieder verschwinden, wenn die Großen sich auf ihre Arbeit besinnen und gute, transparente und schlüssige Politik machen: Ihrem Gewissen verpflichtet, weniger Lobbyarbeit und eine klare Kante zeigen.
so sehe ich das auch. Interessanter weise wird ständig von der SPD verlangt, wieder Politik für ihre Klientel zu machen, damit sie wieder wählbar (und indirekt damit die Linke überflüssig) wird. Falls es manche (immer) noch nicht begriffen haben: dasselbe gilt für die CDU. Solange das nicht passiert kann sich die AfD die nächsten Jahre so dämlich anstellen wie sie will. Sie werden auch bei der nächsten Wahl dabei sein und kaum schlechter abschneiden ....
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