Bundestagswahl 2021 Söder warnt Union vor Machtverlust
CSU-Chef Markus Söder nach der Ministerpräsidentenkonferenz vergangene Woche
Foto: Christian Mang / dpaSeit seiner Niederlage bei der Wahl zum Spitzenkandidaten tritt CSU-Chef Markus Söder wiederholt als Kritiker und Antreiber im Unions-Wahlkampf auf. Angesichts der jüngsten Umfragewerte von CDU/CSU warnt er nun vor dem Verlust des Regierungsauftrags. »Es besteht jetzt die ganz große Gefahr, dass es eine Mehrheit jenseits der Union geben kann. Das muss jedem klar sein. Die Führung einer Bundesregierung durch die Union, was die Mehrheit will, die ist gefährdet«, sagte Söder im Polittalk der »Bild «.
Aktuell sei sowohl ein Linksbündnis ebenso wieder denkbar wie eine Ampelkoalition. »Das ist schon eine ernste Situation. Man kann nicht sagen, dass alles perfekt läuft. Wir müssen jetzt schon die Ärmel hochkrempeln.«
Söder will nicht »still und leise« sein
Er wolle sich im Wahlkampf weiter »engagiert einbringen«, sagte Söder. »Und das heißt nicht, dass ich da still und leise bin«.
Nur wenn die Union stark sei und deutlich zulege, habe sie eine Chance, selbstbestimmt eine Regierung zu bilden. Deshalb dürfe es jetzt auch »keine falsche Vorsicht gegenüber der SPD geben«. Die Union müsse klarmachen, was der Unterschied zwischen ihrem Kandidaten Armin Laschet und dem SPD-Kandidaten Olaf Scholz sei.
Söder forderte wiederholt einen engagierteren Wahlkampf und warnte vor einer Niederlage der Unionsparteien.
Wenn es nach der Mehrheit der Deutschen ginge, dann sollten die Wahlplakate von CDU/CSU lieber das Gesicht von Markus Söder zeigen. Nach einer repräsentativen SPIEGEL-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey sind viele Wählerinnen und Wähler dafür, dass der CSU-Chef Laschet als Unionskanzlerkandidaten ersetzen sollte – und das sechs Wochen vor der Wahl.
Im Gespräch mit der »Bild« sprach sich Söder gegen einen Wechsel zu ihm als Spitzenkandidaten aus. »Die Stimmzettel sind gedruckt. Die Plakate sind geklebt«, sagte er in der Livesendung.