SPON-Wahltrend SPD holt auf

Neue Hoffnung für Kanzlerkandidat Schulz: Die SPD legt in der Wählergunst zu, vor allem bei den Jungen. Doch der Vorsprung der Union ist nach wie vor groß. Lesen Sie hier den SPON-Wahltrend und stimmen Sie ab.

Martin Schulz
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Martin Schulz


Die SPD forcierte vergangene Woche eine zeitnahe Abstimmung über die Ehe für alle im Bundestag, die die Union ablehnte. Möglicherweise hatte die historische Gesetzgebung Einfluss auf die Gunst der Wähler: Im SPON-Wahltrend können sich die Sozialdemokraten um 1,8 Punkte auf 25,2 Prozent verbessern.

Dadurch verringert sich der Abstand zwischen Union und SPD: Er beträgt jetzt 13,5 Prozentpunkte und ist damit im Vergleich zur Vorwoche (15,2 Prozent) etwas geringer geworden.

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Eng beieinander liegen die kleineren Parteien. Die Linke bleibt bei 9,2 Prozent und rangiert damit auf dem dritten Platz. FDP, Grüne und die AfD verlieren dagegen. Die Liberalen büßen 1,4 Prozentpunkte ein und kommen nur noch auf 8 Prozent, die Grünen fallen um 0,6 Punkte auf 6,9 Prozent zurück. Die AfD liegt bei 7,5 Prozent.

Zulegen kann die SPD insbesondere bei den jungen Wählern. Im Vergleich zur Vorwoche verbessern sich die Sozialdemokraten in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen um 4,8 Punkte auf 29,6 Prozent. Nach wie vor schneidet die Union dort am schlechtesten ab: Nur 26,8 Prozent würden CDU oder CSU wählen (Vorwoche 28,3 Prozent). Tendenziell kann man sagen: Je älter die Wahlberechtigten, desto höher ist der Anteil der Unionswähler. In der Altersgruppe 65 Jahre und älter würden deshalb auch 46,1 Prozent bei CDU oder CSU ihr Kreuz machen.

Bei den Grünen ist es genau anders herum: Die besten Ergebnisse erreichen sie mit 12,6 Prozent bei den 18- bis 29-Jährigen, aber nur noch 3,1 Prozent der Menschen jenseits der 65 würden sie wählen.

Anmerkungen zur Methodik: Der SPON-Wahltrend wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 27. Juni bis zum 4. Juli 2017 online erhoben. Die Stichprobe umfasste mehr als 10.000 Befragte. Der statistische Fehler lag bei 2,5 Prozent.

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Wie funktioniert die Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen vollautomatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"), es werden also nicht nur Nutzer von SPIEGEL ONLINE befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage und beim Regierungsmonitor umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht vollautomatisiert auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 20.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass möglichst alle Bevölkerungsgruppen gut erreicht werden können.
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Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was bedeutet es, wenn sich die farbigen Bereiche in den Grafiken überschneiden?
In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Zum Beispiel kann man bei der Sonntagsfrage nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. Bei der Sonntagsfrage heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
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Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Sie dienen allein dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden.
Wer steckt hinter Civey?
Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

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Seite 1
Minster 04.07.2017
1.
Wow, ganze 1,8%. Davon hat sich die SPD sicherlich mehr erhofft nach dem "Alles oder nichts" Spiel. Schaut man sich die Umfragen von Emnid oder INSA an (1.7 und 3.7), dann hat sich eigentlich für die SPD nix geändert. Mal sehen wann es von den anderen Instituten updates gibt.
alex_zappel 04.07.2017
2. Experiment wagen
Ich schlage ein Experiment vor. Keine Wahlprognosen mehr bis zur Wahl! Meine Theorie: der gemeine Wähler ist entnervt von den mittlerweile sogar täglichen Prognosen. "Vor zwei Wochen war die CDU so und die SPD so, vor einer Woche verhielt es sich so, Vorgestern, Gestern und Heute....." Es reicht! Einfach mal machen lassen und dann schauen wir nach der Wahl alle zusammen was unterm Strich bei rum gekommen ist. Dieses ganze Theater führt doch letztlich nur zur Resignation und im schlimmsten Falle zu einer richtig erbärmlichen Wahlbeteiligung. Über Themen soll gerne gestritten werden aber lasst diese Umfragen aus dem Spiel. Dat bringt ja mal jarnichts.
zeichenkette 04.07.2017
3. Noch ein wenig Armenschelte von der CDU...
dann wird das noch was für die SPD.
kleinbürger 04.07.2017
4. lager
solange die grünen verlieren was die spd gewinnt ist alles okay. das rot/grüne lager bleibt hoffentich in seinem prozenteghetto.
unixv 04.07.2017
5. Leider nicht!
Zitat von zeichenkettedann wird das noch was für die SPD.
Dann würden sich Nahles, Jäger, Maas oder Schulz selbst zu worte melden und ab geht es wieder in den Keller! Die wirklichen Probleme werden "S"PD seitig ja gemieden, warum wohl? die haben auch keine Lösung für das große Agenda 2010 Dilemma und Problem! Wenn man sich dann noch die "S"PD Renten-Lösung anschaut, sind die miesen Umfragewerte schon gerecht! Diese "S"PD gehört für sehr lange Zeit in die Opposition, damit sie sich von den Neoliberalen und Seeheimern trennen kann! Die Basis der "S"PD sollte sich mal überlegen ob sie weiterhin Neoliberalen Mist von sich gibt oder ob sie wieder eine Partei der Sozialdemokraten werden möchte, davon ist sie aber Meilenweit entfernt! Nicht vergessen, schon vor vier Jahren wäre RRG eine Alternative zu Merkel gewesen, aber das was sich auch heute noch "S"PD nennt, hatte die Hosen gestrichen voll, weil mit RRG hätten sie auch Arbeiten müssen und nicht nur Kassieren so wie jetzt! Schade, das es keine Sozialdemokraten in dieser "S"PD mehr gibt!
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