Grünenpolitiker Tareq Alaows Flüchtling zieht Bundestagskandidatur wegen Bedrohung zurück

Als erster Flüchtling wollte Tareq Alaows in den Bundestag. Nun hat der Grünenpolitiker seine Kandidatur zurückgezogen. Gründe seien die »hohe Bedrohungslage« und »massive Rassismuserfahrungen«.
Tareq Alaows: 2015 ist er von Syrien nach Deutschland geflohen

Tareq Alaows: 2015 ist er von Syrien nach Deutschland geflohen

Foto: Christian Ditsch / epd / imago images

Vor sechs Jahren ist Tareq Alaows aus Syrien nach Deutschland geflüchtet. In diesem Jahr wollte er sich in den Bundestag wählen lassen. Nun hat der Grünenpolitiker seine Kandidatur in Oberhausen und Dinslaken zurückgezogen. Grund dafür sei die Sicherheit seines engsten Umfeldes, heißt es in einer Mitteilung  des Grünen-Ortsverbands Dinslaken.

»Die hohe Bedrohungslage für mich und vor allem für mir nahestehende Menschen ist der wichtigste Grund für die Rücknahme meiner Kandidatur«, wird Alaows darin zitiert. Die Rassismuserfahrungen, die er während seiner Kandidatur habe erfahren müssen, seien erschreckend gewesen. »Meine Kandidatur hat gezeigt, dass wir in allen Parteien, der Politik und der Gesellschaft starke Strukturen brauchen, die strukturellem Rassismus entgegentreten und Betroffenen helfen«, so Alaows.

Alaows zieht sich vorerst aus der Öffentlichkeit zurück

Von den Grünen in Oberhausen und Dinslaken hieß es, man bedaure die Entscheidung. Um sein privates Umfeld zu schützen, ziehe sich Alaows für einen gewissen Zeitraum aus der Öffentlichkeit zurück.

Alaows hatte Anfang Februar angekündigt, als Direktkandidat für die Grünen in Nordrhein-Westfalen bei der Bundestagswahl anzutreten. Er wolle gegen Diskriminierung kämpfen und den Geflüchteten eine politische Stimme geben, erklärte er damals.

2015 war der 31 Jahre alte Alaows nach seinem Jurastudium über das Mittelmeer und die Balkanroute aus Syrien nach Deutschland geflohen. Medienberichten zufolge hatte er im vergangenen Dezember die Staatsbürgerschaft beantragt. Diese ist Voraussetzung, um in den Bundestag gewählt werden zu können.

In einem Interview mit »Zeit Online«  zeigte er sich damals optimistisch, die Staatsbürgerschaft bis zur Wahl im September erlangen zu können. Seine Anwälte und er seien überzeugt, dass er die notwendigen Kriterien erfülle, hieß es darin. Jüngsten Berichten zufolge haben die Behörden bisher keine Entscheidung getroffen.

asc
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