Transgeschlechtliche Abgeordnete Tessa Ganserer und Nyke Slawik ziehen in den Bundestag ein

Sie haben bei der Bundestagswahl Historisches erreicht: Tessa Ganserer und Nyke Slawik schafften als erste transgeschlechtliche Personen den Einzug in den Bundestag.
Tessa Ganserer von den Grünen

Tessa Ganserer von den Grünen

Foto:

Matthias Balk / picture alliance/dpa

Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik saß eine Transperson im Bundestag. Nach der Bundestagswahl wird sich das ändern. Mit Nyke Slawik und Tessa Ganserer sichern sich zwei transgeschlechtliche Politikerinnen einen Platz im Parlament.

»Tessa Ganserer ist sicher drin«, sagte eine Sprecherin der bayerischen Grünen in München. Ganserer lag in ihrem Wahlkreis Nürnberg-Nord kurz vor Ende der Auszählung zwar weit hinter dem CSU-Direktkandidaten Sebastian Brehm, über die Landesliste der bayerischen Grünen hat sie demnach aber ihren Platz sicher. Dort stand Ganserer auf Platz 13.

Ganserer sitzt seit 2013 im bayerischen Landtag. 2018 war die 44-Jährige noch unter ihrem ursprünglichen Namen ein zweites Mal in den Landtag eingezogen. Anfang 2019 outete sie sich als transgeschlechtlich und wird seitdem auch im Landtag als Tessa Ganserer angesprochen.

Auch Slawik kann sich offenbar über einen Sitz im Bundestag freuen. »Ich kann es noch gar nicht so recht fassen, aber ich werde mit diesem historischen Wahlergebnis definitiv dem nächsten Bundestag angehören«, twitterte die Grünen-Politikerin. Das Direktmandat im Wahlkreis Leverkusen – Köln IV konnte Slawik zwar ebenfalls nicht gewinnen, allerdings gelingt wohl auch ihr der Einzug in den Bundestag über NRW-Landeslistenplatz elf.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Bei den Erststimmen liegt Slawik nach Auszählung von 69 der 123 Wahlbezirke mit rund 13,5 Prozent der Stimmen auf Platz drei. Deutlich vorn ist in diesem Wahlkreis der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach.

Er erhielt der Teilauszählung zufolge 43,8 Prozent der Stimmen. Mit weitem Abstand auf dem zweiten Platz landet demnach die CDU-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler, eine Vertraute von Unionskanzlerkandidat Armin Laschet. Sie erhielt den Teilergebnissen zufolge 16,7 Prozent der Erststimmen.

asc/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.