Bundestagswahlkampf 2009 Müntefering hofft auf Unterstützung Schröders

Gerhard Schröder soll zurück auf die große politische Bühne: Der designierte SPD-Chef Franz Müntefering hat öffentlich dafür geworben, den Ex-Kanzler als prominenten Wahlkämpfer zu gewinnen. Schröder müsse seine Partei vor der Bundestagswahl 2009 "auf jeden Fall" unterstützen.


Sinzig - Nach dem Umbruch an der SPD-Parteispitze soll nun ein weiteres Partei-Zugpferd in die Öffentlichkeit zurückkehren: Der designierte SPD-Chef Franz Müntefering und die stellvertretende Parteivorsitzende Andrea Nahles warben am Freitag dafür, Ex-Kanzler Gerhard Schröder als Unterstützer für den kommenden Bundestagswahlkampf zu gewinnen.

Nahles, Müntefering: "Gute Wahlkämpfer kann man immer gebrauchen"
DPA

Nahles, Müntefering: "Gute Wahlkämpfer kann man immer gebrauchen"

"Schröder muss auf jeden Fall Wahlkampf machen", sagte Müntefering am Freitagabend bei einer SPD-Feier in Sinzig in Rheinland-Pfalz. Nahles erklärte auf Schröder angesprochen, gute Wahlkämpfer könne man immer gebrauchen.

Müntefering bekannte sich zugleich zur Agenda 2010. "Was in Hamburg beschlossen wurde, gilt. Zudem betonte Müntefering, Kurt Beck mache eine hoch erfolgreiche Politik in Rheinland-Pfalz. Er glaube, Beck werde ein wichtiger Politiker in Deutschland bleiben und sich am Wahlkampf beteiligen. Für kommende Woche kündigte Müntefering ein ausführliches Gespräch mit Beck an. Beck werde der Partei sicher als Politiker in anderer Funktion erhalten bleiben.

Müntefering und Nahles riefen die Partei zu Geschlossenheit auf. Um den guten Weg zu finden, müsse man bereit sein zu diskutieren und zu streiten, wenn es nötig sei. Wichtig sei aber, das gemeinsame Ziel im Auge zu behalten. Alle wüssten, es komme darauf an Geschlossenheit zu zeigen, es müsse einen Ruck geben und das Spiel nach vorn gehen, sagte Nahles. Die Partei-Linke sicherte zugleich dem designierten Parteivorsitzenden Müntefering ihre Unterstützung zu. "Ich glaube, er ist jemand, der sich in den Dienst der Partei stellen wird, und ich will ihm dabei helfen."

Das Verhältnis zwischen Nahles und Müntefering war in der Vergangenheit angespannt: Nahles hatte 2005 einen Eklat verursacht, als der damalige SPD-Chef Müntefering sein Amt aufgab, nachdem er im Streit um das von Nahles beanspruchte Amt der Generalsekretärin unterlegen war.

amz/AP/dpa



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