Kontroverser Kurztrip der Verteidigungsministerin Lambrecht nahm Foto ihres Sohnes im Bundeswehr-Helikopter selbst auf

Ein Journalist hat in der »Helikopter-Affäre« um Verteidigungsministerin Lambrecht gerichtlich weitere Auskünfte eingefordert – mit Erfolg. Nun nennt sie Details zur gemeinsamen Dienstreise mit ihrem Sohn.
Verteidigungsministerin Lambrecht

Verteidigungsministerin Lambrecht

Foto: IMAGO/Danil Shamkin / IMAGO/NurPhoto

Bundesverteidigungsminister Christine Lambrecht (SPD) hat auf der als »Helikopter-Affäre« bekannt gewordenen Dienstreise in einem Bundeswehrhubschrauber im April selbst ein Foto von ihrem Sohn geschossen, das dieser später in den sozialen Medien teilte.

Das berichtet unter anderem der »Tagesspiegel « mit Verweis auf Auskünfte einer Sprecherin des Verteidigungsministeriums. Demnach habe Lambrecht das Foto selbst angefertigt. Von der späteren Veröffentlichung habe die Ministerin zu dem Zeitpunkt allerdings nichts gewusst, teilte die Sprecherin mit. »Es bestand keine Kenntnis davon, dass es in den sozialen Medien veröffentlicht werden würde.« Demnach könne auch nicht mehr nachvollzogen werden, wann und wie Lambrecht von dem Instagram-Post erfahren habe.

Foto des Sohnes als Privatsache – im Dienst

Hintergrund der »Helikopter-Affäre« ist ein Besuch Lambrechts bei einer Bundeswehreinheit in Norddeutschland, zu der die Ministerin im April mit ihrem Sohn gereist war. Am nächsten Tag und nach einer Hotelübernachtung ging es mit Auto und Personenschützern zu einem Oster-Ferienaufenthalt auf die nahe gelegene Insel Sylt.

Lambrecht war anschließend unter Druck geraten, weil die Reise den Anschein erweckt hatte, die Ministerin habe den Truppenbesuch nur organisiert, um mit dem Helikopter möglichst bequem in die Nähe ihres Urlaubsziels zu gelangen. In dem Zusammenhang kam auch ans Licht, dass Lambrecht ihren Sohn bereits mehrfach mitgenommen und dieser Fotos der Reisen auf Instagram geteilt hatte. Lambrecht beteuerte, sie habe alle vorgeschriebenen Kosten für den Mitflug des Sohnes bezahlt.

Fragen eines »Tagesspiegel«-Journalisten zu weiteren Details der Reise wollte sie nicht beantworten. Lambrecht verwies darauf, dass es sich um Privatangelegenheiten handele.

Der Journalist wollte unter anderem wissen, ob Lambrecht das Foto ihres Sohnes im Helikopter selbst aufgenommen habe. Das Verwaltungsgericht Köln entschied im August, dass die Ministerin weitere Auskünfte erteilen müsse und befand zudem, dass die Ministerin »ihre privaten Belange mit der Wahrnehmung ihrer Amtsgeschäfte verwoben hat«. Eine Beschwerde Lambrechts gegen das Urteil wies das Oberverwaltungsgericht (OVG) Nordrhein-Westfalen am Montag ab.

»Die gestellten Fragen zur Entstehung des Fotos und zu dessen Veröffentlichung betreffen jedenfalls auch die dienstliche Sphäre der Ministerin«, hieß es vom OVG – und seien damit keine Privatsache.

Da das Bild während eines dienstlich veranlassten Fluges entstanden sei, sei es »zeitlich und räumlich untrennbar im Zusammenhang mit einem Dienstgeschäft der Ministerin entstanden«, so das Gericht weiter.

fek
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