»In sehr kurzer Zeit sehr viel umgesetzt« Verteidigungsministerin Lambrecht stellt sich gegen Rücktrittsforderungen

Verteidigungsministerin Lambrecht steht in der Kritik, CDU-Chef Merz forderte bereits ihre Absetzung. Nun hat sie in einem Interview gegengehalten und äußerte sich auch zu Spekulationen über einen Postenwechsel.
»Ich habe die Herausforderung angenommen«: Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD)

»Ich habe die Herausforderung angenommen«: Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD)

Foto: Omer Messinger / EPA

Die Affäre um einen Privatflug in einem Regierungshubschrauber, Kritik an ihrer Fachkenntnis und Amtsführung : Verteidigungsministerin Christine Lambrecht steht seit einer Weile in der Kritik. Nun hat sie Spekulationen über einen Wechsel auf einen anderen Kabinettsposten während dieser Wahlperiode eine Absage erteilt.

»Ich habe die Aufgabe der Verteidigungsministerin übernommen. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich übernommene Aufgaben auch erfülle« sagte die SPD-Politikerin dem Nachrichtenportal »t-online« auf die Frage, ob sie einen solchen Wechsel ausschließe. Unter Verweis auf eine Aussage von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) betonte sie: »Mein Ziel am Ende der Wahlperiode ist, dass man rückblickend sagen kann: Sie hat dafür gesorgt, dass die Bundeswehr endlich richtig ausgestattet ist.«

Lambrecht steht schon länger in der Kritik. Unionsfraktionschef Friedrich Merz forderte am Donnerstag im Bundestag Kanzler Scholz zur Entlassung Lambrechts auf.

»Ich habe die Herausforderung angenommen«

In dem Interview wurde sie auf Spekulationen angesprochen, Bundesinnenministerin Nancy Faeser könnte bei der Landtagswahl in Hessen im kommenden Jahr als SPD-Spitzenkandidatin antreten – und Lambrecht auf ihren Kabinettsposten rücken. »Ich setze darauf, dass Nancy Faeser nicht nur Spitzenkandidatin wird, sondern auch Ministerpräsidentin in Hessen«, sagte die Verteidigungsministerin dazu. Aber zu sich selbst führte sie aus: »Ich habe die Herausforderung angenommen, die Bundeswehr endlich ordentlich auszustatten. ... Diese Aufgabe werde ich auch erfüllen.«

Lambrecht hatte in einem Regierungshubschrauber zu einem Truppenbesuch in Norddeutschland Mitte April ihren 21-jährigen Sohn mitgenommen, ohne dass dieser an dem Militärbesuch selbst teilnahm. Am nächsten Tag und nach einer Hotelübernachtung ging es mit Auto und Personenschützern auf die nahe Insel Sylt. Sie äußerte in dem Interview nun erneut Verständnis für Kritik daran. »Das werde ich künftig anders handhaben und meine Termine anders organisieren. Aber mir bleibt wichtig, dass rechtlich alles korrekt war und alle Regeln eingehalten wurden.«

Die Bilanz ihrer ersten Monate als Verteidigungsministerin bewertete sie dagegen positiv: Sie habe »in sehr kurzer Zeit sehr viel umgesetzt«. Lambrecht verwies unter anderem auf die Entscheidung zur Bewaffnung von Bundeswehrdrohnen und darauf, dass im Beschaffungswesen künftig 20 Prozent aller Aufträge aus der Bundeswehr nicht mehr über ein bürokratisches Vergabeverfahren liefen.

mrc/dpa