Defekt an Bundeswehr-Airbus Außenminister Maas muss mit Ersatzflieger nach New York

Schon wieder eine Panne bei der Bundeswehr-Regierungsflotte: Außenminister Maas sollte mit einem Airbus A321 in die USA fliegen. Doch die Maschine konnte nicht starten - nach SPIEGEL-Informationen wegen eines Lecks an der Tragfläche.

Bundeswehr-Airbus A321 (Archiv): Flugbereitschaft gerät immer wieder in die Schlagzeilen
Bernd von Jutrczenka/DPA

Bundeswehr-Airbus A321 (Archiv): Flugbereitschaft gerät immer wieder in die Schlagzeilen


Die Bundeswehr kämpft erneut mit Problemen der Regierungsflieger. Kurz vor dem Start von Außenminister Heiko Maas nach New York und Kanada musste die Truppe den eigentlich für den Trip geplanten A321 durch eine andere Maschine austauschen.

Der A321 war zwar bereits in Berlin angekommen, offenbar aber entdeckten Techniker einen Defekt und legten den Jet - einen der neuesten der Regierungsflotte - vorsorglich still. Stattdessen ließ die Luftwaffe einen A319 aus Köln starten, der Maas und seine Delegation nun über den Atlantik fliegen soll.

Nach SPIEGEL-Informationen hatten Techniker der Luftwaffe an dem A321 ein kleines Leck an der Tragfläche entdeckt, durch das Kerosin austrat. Zwar handelt es sich dabei wohl nur um eine defekte Dichtung. Trotzdem entschied sich die Bundeswehr zum Austausch der Maschine, damit Minister Maas seinen Zeitplan für die Reise über den Atlantik einhalten kann.

Unter der linken Tragfläche hatten Techniker am Regierungsterminal in Berlin-Tegel ein fahrbares Gerüst aufgebaut. Aus Luftwaffenkreisen hieß es, der neue Flieger könne schon am Abend wieder nach Köln-Bonn zurückfliegen und werde in den kommenden Tagen für andere Regierungsflüge eingesetzt.

Minister Maas entstehen bei seiner Reise keine größeren Unannehmlichkeiten durch die neue Panne, lediglich die knapp 40 Personen umfassende Delegation muss in dem kleineren A319 etwas enger zusammenrücken.

Neue Maschinen in Auftrag

Die Flugbereitschaft der Bundeswehr war zuletzt immer wieder in den Schlagzeilen. Ende Mai musste Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wegen einer gerissenen Cockpitscheibe auf einen Privatjet umsteigen. Maas hatte zuletzt drei Mal innerhalb von nur drei Monaten wegen Flugzeugpannen Verspätungen hinnehmen müssen. Die Bundesregierung hat Konsequenzen aus den Pannen gezogen und die Beschaffung von drei neuen Langstreckenmaschinen in Auftrag gegeben.

Bereits Ende Februar hatte Maas zum Abschluss einer Afrikareise in der malischen Hauptstadt Bamako 20 Stunden auf einen Ersatzflieger warten müssen. Anfang April hatte er bei der Landung in New York eine Reifenpanne. Er musste mehr als eine Stunde lang in dem Airbus A340 warten, bis er aussteigen konnte, und verpasste deswegen den Auftakt einer informellen Sitzung des Uno-Sicherheitsrats. Mitte Mai traf Maas wegen einer Flugzeugpanne mit einer Verspätung von etwa 70 Minuten zu seinem Antrittsbesuch in Bulgarien ein.

In New York wird Maas am Dienstag zunächst an einer Sitzung des Uno-Sicherheitsrats zum Schutz der Zivilbevölkerung in Konflikten teilnehmen. Am Nachmittag (Ortszeit) reist der SPD-Politiker nach Kanada weiter, wo er zusammen mit der kanadischen Außenministerin Chrystia Freeland die von ihm initiierte "Allianz der Multilateralisten" voranbringen will. Darin sollen Länder vernetzt werden, die für internationale Zusammenarbeit und gegen nationale Alleingänge einstehen. Letzte Station der Reise ist die kanadische Arktis. In Pond Inlet, einer Inuit-Siedlung mit nur 1300 Einwohnern, will er sich über die Folgen des Klimawandels informieren.

kev/mgb/dpa



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