Bundeswehr Deutsche Tornados in Afghanistan eingetroffen

Nach einem insgesamt rund 9000 Kilometer langen Flug haben sechs Tornado-Aufklärungsflugzeuge der Bundeswehr ihren Stützpunkt in Nord-Afghanistan erreicht. Die Flugzeuge sollen künftig Patrouillen-Strecken abfliegen und das Grenzgebiet zu Pakistan sowie Taliban-Stellungen beobachten.


Masar-i-Scharif - Von dem Bundeswehrstützpunkt in Masar-i-Scharif aus sollen sie in den kommenden Monaten helfen, die Luftüberwachung und Aufklärung in ganz Afghanistan sicherzustellen. Der Bundestag hatte den zunächst bis Mitte Oktober befristeten Einsatz vor vier Wochen beschlossen. Der Auftrag lautet Luftaufklärung. An Kampfeinsätzen sollen sich die deutschen Piloten nicht beteiligen. Die Informationen sollen bei Bedarf auch an die Anti-Terror-Operation "Enduring Freedom" weitergegeben werden.

Nach ihrer Ankunft werden die Jets erste Probeflüge absolvieren, damit sich die Piloten mit den Einsatzbedingungen vertraut machen und Ausweichflugplätze in Bagram, Kabul oder Kandahar kennen lernen. Zur Vorbereitung hatte die Bundeswehr in den vergangenen Wochen bereits rund 650 Tonnen Material an den Hindukusch gebracht.

Der Commodore des Einsatzgeschwaders, Oberstleutnant Michael Traut, betonte, mit den hoch spezialisierten Flugzeugen werde die internationale Schutztruppe Isaf eine durch den Abzug britischer Flugzeuge entstandene "Aufklärungslücke" schließen. Mit ihrer enormen Schnelligkeit und den speziellen Tiefflugeigenschaften nähmen die "Recce-Tornados" ihren strategischen Platz neben unbemannten Drohnen und Satelliten ein.

Bundeswehr-Tornados bei Start in Schleswig-Holstein (2. April): Sechs Flugzeuge in Afghanistan eingetroffen
DDP

Bundeswehr-Tornados bei Start in Schleswig-Holstein (2. April): Sechs Flugzeuge in Afghanistan eingetroffen

Verteidigungsminister Franz Josef Jung hatte Piloten und Begleitpersonal am Montag auf dem Fliegerhorst Jagel in Schleswig-Holstein verabschiedet. Insgesamt starteten zehn Maschinen zum italienischen Stützpunkt Decimomannu auf Sardinien.

Die nächste Etappe in die Vereinigten Arabischen Emiraten absolvierten nur noch acht Flugzeuge. Dort wurden zwei weitere Jets aussortiert. Damit wollte die Luftwaffe sicherstellen, dass trotz möglicher Probleme auf der langen Strecke alle sechs angeforderten Maschinen in Afghanistan ankommen würden.

Wegen schlechter Wetterbedingungen hatte sich nach Bundeswehrangaben der Weiterflug der sechs Aufklärungsflugzeuge von der Zwischenstation in den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Masar-i-Scharif verzögert.

Weite Reise: Weg der Tornados nach Afghanistan
SPIEGEL ONLINE

Weite Reise: Weg der Tornados nach Afghanistan

Der afghanische Außenminister Rangin Dadfar Spanta begrüßte den Einsatz der Bundeswehr-Aufklärungsflugzeuge. "Das ist eine Frieden sichernde Aufgabe", sagte Dadfar Spanta der ARD. "Wir sind Deutschland sehr dankbar", sagte Dadfar Spanta. Wer das Leben "von Afghanen, von deutschen Zivilisten und auch Soldaten" schützen wolle, müsse in der Lage sein, Bewegungen von Terroristen aufzuklären.

Die "Recce-Tornados" sind für die Luftaufklärung mit zwei optischen und einem Infrarotsensor ausgestattet. Dies ermöglicht einen Einsatz bei Tag und Nacht. Mit den weit reichenden Objektiven können die deutschen Jets noch aus fünf Kilometern Entfernung ein Auto-Nummernschild fotografieren. Ab dem 15. April soll die vorläufige Einsatzbereitschaft hergestellt sein, wenige Tage später ist die volle Einsatzbereitschaft geplant.

jaf/ddp/dpa/AP/AFP



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