Bundeswehr-Elitetruppe KSK Kramp-Karrenbauer besorgt wegen vermissten Sprengstoffs

Nach der Enttarnung von Rechtsextremisten bei der Eliteeinheit KSK sind massenweise Munition und Sprengstoff nicht auffindbar. Der Bundeswehr-Generalinspekteur warnt, dass diese bei Attentaten eingesetzt werden könnten.
Bundeswehr-Generalinspekteur Zorn und Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer: Problemfall KSK

Bundeswehr-Generalinspekteur Zorn und Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer: Problemfall KSK

Foto:

Fabrizio Bensch/ dpa

Beim Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr werden massenweise Munition und Sprengstoff vermisst, die Verantwortlichen an höchster Stelle zeigen sich besorgt. "Das ist wirklich ein Gefährdungspotenzial, das sich dahinter aufbaut", sagte Bundeswehr-Generalinspekteur Eberhard Zorn bei einer Pressekonferenz mit Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. "Wir ermitteln da mit allem, was wir haben."

Im Zuge der Ermittlungen beim KSK nach einer Serie von rechtsextremistischen Vorfällen war festgestellt worden, dass der Verbleib von Zehntausenden Schuss Munition und 62 Kilogramm Sprengstoff nicht geklärt ist. "Das ist keine Kleinigkeit", sagte Zorn. Es handle sich um Mengen, die durchaus auch bei Attentaten eingesetzt werden könnten.

Im Mai hatte die sächsische Polizei auf dem Grundstück eines KSK-Soldaten ein Waffenlager ausgehoben. Der Generalinspekteur wies darauf hin, dass dort neben Sprengstoff auch eine Zündschnur gefunden worden sei. Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer sagte, "dass das in der Tat eine neue Qualität ist". Derzeit sei nicht klar, ob das Verschwinden mit schlampigen Ein- und Ausbuchungen zusammenhänge, ob Munition im Einsatz zurückgelassen oder in der Tat abgezweigt worden sei "und zu welchem Gebrauch auch immer an andere Stelle verbracht worden ist".

Die Ministerin erneuerte die Drohung mit weiteren Konsequenzen, falls die am Dienstag verkündeten Maßnahmen gegen Rechtsextremismus beim KSK keine Wirkung zeigen sollten. Dann könnten die Spezialkräfte grundlegend anders organisiert werden. "Die Soldatinnen und Soldaten wissen, wenn sie ihr KSK erhalten wollen, dann müssen sie es besser machen."

Als Konsequenz aus rechtsextremistischen Vorfällen bei der Elitetruppe hatte die Ministerin zuvor die Auflösung der zweiten von vier Kommando-Kompanien des KSK angeordnet. Den Rest der Einheit will sie grundlegend reformieren. In dem von der Ministerin vorgelegten Untersuchungsbericht heißt es, in Teilen des KSK hätten sich "ein toxischer Führungsstil, extremistische Tendenzen und ein laxer Umgang mit Material und Munition entwickelt" (mehr zu den Gegenmaßnahmen lesen Sie hier). Auch unter Reservisten der Bundeswehr waren zuletzt Rechtsextreme vom Militärischen Abschirmdienst MAD enttarnt worden.

mes/dpa/Reuters/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.