Bundeswehr-Einsatz Deutsche Spezialkräfte auf US-Stützpunkt in Oman

Die Bundeswehr hat heute die ersten Transportflüge in die Türkei zur Unterstützung der US-Streitkräfte gestartet. Zudem werden deutsche Spezialkräfte auf einen US-Stützpunkt in Oman verlegt.


Transall-Maschine beim Auftanken: Pendelflüge zwischen der Pfalz und der Türkei
AP

Transall-Maschine beim Auftanken: Pendelflüge zwischen der Pfalz und der Türkei

Ramstein/Frankfurt - Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" ist ein Vorauskommando des deutschen "Kommandos Spezialkräfte" (KSK) in das arabische Sultanat Oman verlegt worden. Damit nehme der Einsatz von Bodentruppen der Bundeswehr konkrete Formen an, schrieb die Zeitung, ohne Quellen zu nennen. Das Verteidigungsministerium lehnte eine Stellungnahme dazu ab. Zu Einsatzoperationen, auch wenn es Vorauskommandos seien, äußere sich das Ministerium nicht, hieß es.

In Oman verfügen die Amerikaner mit Camp Doha über eine Basis für ihre dort stationierte Kampfbrigade. Diese Basis ist nach Angaben der Zeitung groß genug, um die deutschen Spezialkräfte unterzubringen. Auch britische Spezialkräfte sind in Oman stationiert.

Transportflüge aufgenommen

Währenddessen flog die erste Maschine der Bundeswehr zur Unterstützung der US-Truppen in Afghanistan am Montagmittag vom Stützpunkt Ramstein ab. Die Transall des Lufttransportgeschwaders 63 aus dem schleswig-holsteinischen Hohn startete mit vier Mann Besatzung und 8,8 Tonnen Decken an Bord in Richtung des Nato-Stützpunkts Incirlik in der Osttürkei.

Die Transportmaschine war die erste von insgesamt dreien der Bundesluftwaffe, die in den nächsten zwei Monaten einen regelmäßigen Pendelverkehr mit Nachschubgütern unterhalten sollen. Auf ihrem Weg nach Incirlik müssen die Maschinen einen Zwischenstopp auf dem Verkehrsflughafen Dabiha-Gokcen bei Istanbul einlegen.

Bereits am Wochenende war ein technisches Vorauskommando aus 90 Bundeswehrsoldaten nach Sabiha-Gokcen entsandt worden, wo die Maschinen jeweils aufgetankt und gewartet sowie die Besatzung ausgewechselt werden. Neben der sonst in Hohn bei Rendsburg stationierten Transall sind noch zwei weitere Bundeswehrmaschinen aus dem niedersächsischen Wunstorf an den Pendelflügen zwischen dem US-Luftwaffenstützpunkt in der Pfalz und dem osttürkischen Incirlik beteiligt. In Incirlik wird das Material jeweils an die Amerikaner zur Weiterleitung nach Mittelasien übergeben.

Für den ersten Tag war nach Angaben von Luftwaffen-Hauptmann Matthias Keltsch der Transport von weiteren amerikanischen Decken geplant. Der Sprecher fügte hinzu: "Wir transportieren das, was die Amerikaner haben wollen." Neben den Transall wird die Bundesluftwaffe auf dem Flughafen Köln/Wahn einen Sanitätsairbus für die Evakuierung von Verwundeten bereitstellen.



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