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28. August 2009, 15:24 Uhr

Bundeswehr

Ex-General Kießling ist tot

Der frühere Vier-Sterne-General Günter Kießling ist gestorben. Mitte der achtziger Jahre hatte die "Kießling-Affäre" für Schlagzeilen gesorgt: Damals war er in Verdacht geraten, homosexuell zu sein - und damit als Geheimnisträger ein Sicherheitsrisiko.

Berlin - Im Alter von 83 Jahren starb Kießling in der Nacht zum Freitag in Schleswig-Holstein. Nach seinem Ausscheiden aus der Bundeswehr hatte Günter Kießling in Rendsburg nahe Kiel gelebt - dort starb er in der Nacht zum Freitag, gab das Verteidigungsministerium bekannt. Mit seinem Namen ist bis heute in der Öffentlichkeit vor allem die unrühmliche "Kießling-Affäre" verbunden, die sich vor einem Vierteljahrhundert ereignete.

Ende 1983 hatte der damalige CDU-Verteidigungsminister Manfred Wörner Kießling aufgrund von Gerüchten über dessen angebliche Homosexualität vorzeitig in den Ruhestand versetzt. Der Vier-Sterne-General war in den Verdacht geraten, regelmäßiger Gast in zwei Schwulenkneipen gewesen zu sein. Daraufhin stufte ihn Wörner als Sicherheitsrisiko ein.

Die Anschuldigungen erwiesen sich später als völlig haltlos. Kießling wurde voll rehabilitiert, wieder eingestellt und kurz darauf auf eigenen Wunsch verabschiedet - diesmal mit militärischen Ehren.

Über die Affäre, in die maßgeblich der Militärische Abschirmdienst (MAD) verwickelt war, wäre Wörner fast gestürzt. Er bot dem damaligen Kanzler Helmut Kohl (CDU) seinen Rücktritt an. Kohl lehnte aber ab.

Der 1925 in Frankfurt/Oder geborene Kießling war im Zweiten Weltkrieg als Leutnant der Infanterie an der Ostfront eingesetzt. 1956 wechselte er vom Bundesgrenzschutz zur Bundeswehr. Dort hatte er viele Posten im In- und Ausland inne. Als Vier-Sterne-General wurde er 1982 Nachfolger im Amt des Stellvertreters des Obersten Alliierten Befehlshabers in Europa.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) würdigte Kießling am Freitag als einen der profiliertesten Offiziere der Bundeswehr. In seiner "beeindruckenden militärischen Karriere" habe er eine Vielzahl von hohen und höchsten Verwendungen im In- und Ausland durchlaufen. "Auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst blieb er der Bundeswehr als geschätzter Ratgeber und treuer Begleiter verbunden. Wir werden ihn als herausragenden Soldaten in Erinnerung behalten, der sich bleibende Verdienste um unser Vaterland erworben hat."

ler/dpa/AFP

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