Bundeswehr-Generalinspekteur Zapfenstreich für Schneiderhan

Sie hielten Informationen zurück und müssen dafür gehen: Nach ihrer Entlassung sind Bundeswehr-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und Verteidigungs-Staatssekretär Peter Wichert in Berlin offiziell in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet worden.

Generalinspekteur Schneiderhan, Minister Guttenberg, Staatssekretär Wichert: Zapfenstreich
ddp

Generalinspekteur Schneiderhan, Minister Guttenberg, Staatssekretär Wichert: Zapfenstreich


Berlin - Die Bundeswehr hat am Donnerstagabend in Berlin ihren Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan sowie Verteidigungs-Staatssekretär Peter Wichert mit höchsten militärischen Ehren in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet. Sie waren im Zuge der Affäre um den Luftschlag von Kunduz Ende November entlassen worden. Zwei Tage später hatte Arbeitsminister Franz Josef Jung (CDU) als damaliger Ressortchef die politische Verantwortung für die Informationspanne im Verteidigungsministerium übernommen und war zurückgetreten.

Zum Verhängnis wurde Schneiderhan und Wichert nicht die Tanklaster-Bombardierung selbst, sondern die Tatsache, dass sie Informationen über zivile Opfer zurückgehalten haben. So wiesen sie den neuen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bei seiner Amtsübernahme nicht auf einen Bericht von Feldjägern hin, die wenige Tage nach dem Angriff Angaben zu getöteten und verletzten Zivilisten sowie zu Verstößen gegen Einsatzregeln gemacht hatten. Davon erfuhr Guttenberg nach eigenen Worten in der vorigen Woche erst aus der Zeitung.

Wichert war seit 1989 im Verteidigungsministerium tätig, von 1991 bis 2000 sowie seit Dezember 2005 als Staatssekretär. Schneiderhan trat 1966 in die Bundeswehr ein. Seit Juli 2002 bekleidete der Vier-Sterne-General das Amt des Generalinspekteurs, im Sommer 2010 wäre er planmäßig in den Ruhestand getreten. Guttenberg würdigte beim Großen Zapfenstreich ausdrücklich die langjährige Arbeit der beiden.

can/dpa/ddp

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.