Bundeswehr-Gewehr G36 Bitte nicht so viel schießen

Seit 15 Jahren ist das Gewehr G36 bei der Bundeswehr im Einsatz, nun stellt sich nach SPIEGEL-Informationen heraus: Die Waffe wird bei langen Gefechten zu heiß, die Präzision lässt drastisch nach. Was sollen Soldaten im Kampf also tun? Die Gebrauchsanweisung gibt einen einfachen Tipp.
Soldat mit G36: Das Rohr muss "auf Handwärme abkühlen"

Soldat mit G36: Das Rohr muss "auf Handwärme abkühlen"

Foto: Carsten Koall/ Getty Images

Hamburg - Die Standardwaffe deutscher Soldaten, das Gewehr G36, ist in langen Feuergefechten nicht voll einsatzfähig. Nach mehreren hundert Schuss wird der Lauf der Waffe so heiß, dass auf 300 Meter Entfernung die Trefferwahrscheinlichkeit auf ein Drittel sinkt. Das stellte sich nach Informationen des SPIEGEL bei Untersuchungen der Bundeswehr heraus.

Im Einsatz, vor allem in Afghanistan, habe es allerdings auch nach stundenlangen Schusswechseln mit Taliban-Kämpfern bislang keine solche Erfahrungen gegeben, heißt es aus der Truppe. Das Einsatzführungskommando wies die Isaf-Einheiten dennoch vorsorglich auf die amtliche Gebrauchsanweisung für das Gewehr hin.

Demnach muss "nach dem Verschießen von Patronen im schnellen Einzelfeuer oder in kurzen Feuerstößen bei starker Rohrerhitzung das Rohr auf Handwärme abkühlen, bevor weitergeschossen werden darf".

Das von der deutschen Waffenschmiede Heckler & Koch hergestellte und vor rund 15 Jahren in die Bundeswehr eingeführte G36 wird überwiegend aus leichtem Kunststoff gefertigt. Für anhaltendes Dauerfeuer war die Waffe nie vorgesehen.

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