Bundeswehr Koalition soll über Nahost-Einsatz einig sein

Die Spitzen von Union und SPD sollen sich bereits über eine mögliche Beteiligung der Bundeswehr an einer Uno-Mission in Nahost verständigt haben. Es sei vor allem daran gedacht, die Marine zur Kontrolle der Seewege vor der Küste des Libanon und Israels einzusetzen, heißt es.


Berlin - Die Koalition habe sich Ende vergangener Woche geeinigt, berichtet der "Tagesspiegel" unter Berufung auf Regierungskreise. Dabei habe man sich auf denEinsatz der Marine verständigt. Gegenwärtig versieht sie mit 23 Soldaten bereits im Mittelmeer Dienst im Rahmen von "Active Endeavour", einer nach dem 11. September 2001 initiierten Operation zur Bekämpfung des Terrorismus.

Mit einer östlichen Verschiebung oder Ausweitung des Einsatzraumes könnte die Bundesmarine, womöglich um eine Fregatte verstärkt, auch unter einem Uno-Mandat für den Libanon tätig werden. Nahezu ausgeschlossen wird der Zeitung zufolge der Einsatz von Sanitätskräften oder Hubschraubereinheiten. Diese seien schon durch ihre Missionen in Afghanistan und dem Kongo weitgehend an ihre Kapazitätsgrenzen gelangt.

Dagegen zeichne sich die Möglichkeit ab, dass die dem Bundesinnenministerium unterstehende Bundespolizei im Grenzgebiet zu Syrien zum Einsatz kommen könnte.

Der Zeitung zufolge sieht das Kanzleramt ein derart reduziertes Engagement auch mit Blick auf die schwierige parlamentarische Gemengelage am ehesten geeignet, um im Bundestag eine breite Mehrheit für den Einsatz zu erhalten.

als/ddp



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