Kritik an von der Leyens Reformplänen "Vermessenes Versprechen"

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will die Bundeswehr zu einem der "attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands" machen. Doch Oppositionspolitiker und Wehrexperten kritisieren das Projekt - und warnen vor enttäuschten Erwartungen.

Kritik an Ursula von der Leyen (CDU): "Man darf Erwartungen nicht enttäuschen"
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Kritik an Ursula von der Leyen (CDU): "Man darf Erwartungen nicht enttäuschen"


Berlin - Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will das Image der Bundeswehr aufpolieren - und wird dafür von der Opposition und früheren Spitzenmilitärs kritisiert: "Viel mehr als mit einer Kindertagesstätte wäre der Familie eines Soldaten geholfen, wenn sie wüsste, dass alles für seine Sicherheit im Einsatz getan wird", sagte der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, der "Süddeutschen Zeitung".

Die Bundeswehr müsse einer der "attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands" werden, findet von der Leyen. Denn nur wenn die Truppe bessere Bedingungen als jetzt biete, könne sie am Arbeitsmarkt noch genügend Soldaten für schwierige internationale Einsätze wie in Afghanistan werben. In einem jetzt vorgelegten Konzept verspricht sie eine bessere Ausstattung der Kasernen, mehr Familienbetreuung, flexiblere Arbeitszeiten und eine besser planbare Karriere. (Die Pläne im Detail finden Sie hier.)

Zum Teil sollen die Pläne aus vorhandenen Mittel des Ministeriums bezahlt werden, 100 Millionen Euro sind für die kommenden fünf Jahre vorgesehen. Für weitere Bestandteile des Konzepts sind gesetzliche Neuregelungen erforderlich, die Anfang kommenden Jahres in Kraft treten sollen. Am Mittwoch soll das Bundeskabinett darüber beraten.

Kritik von Grünen, Linken und Sozialdemokraten

Die Grünen-Verteidigungsexpertin Doris Wagner zeigt sich bislang nicht überzeugt, der "Berliner Zeitung" sagte sie, hinter der Finanzierung der Pläne stehe ein großes Fragezeichen. "Im Etat für 2014 sind Flatscreens, Minikühlschränke und Garderobenspiegel nicht vorgesehen", fügte sie hinzu. Von der Leyen will die Stuben verschönern; das sei keine Frage der Gemütlichkeit, sagte sie im SPIEGEL-ONLINE-Interview, sondern der Wertschätzung. "Wir verlangen viel von unseren Soldatinnen und Soldaten, mehr als andere Arbeitgeber. Also müssen wir ihnen auch mehr bieten."

Auch die Linke kritisierte die Pläne: "Die 'mangelnde Attraktivität' der Bundeswehr" habe nichts mit fehlenden Flachbildschirmen zu tun, sondern mit den Auslandseinsätzen, erklärte die Linken-Verteidigungspolitikerin Christine Buchholz. Die Offensive der Ministerin ziele in Wahrheit darauf ab, die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr auch im Rahmen von EU und Nato zu stärken. "Dieses Ziel steht dem berechtigten Bedürfnis von jungen Männern und Frauen nach einer sicheren beruflichen Perspektive und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie diametral gegenüber."

Von der SPD wurde die Verteidigungsministerin ebenfalls gerügt: Der Wehrexperte Rainer Arnold bezeichnete das angestrebte Ziel, die Bundeswehr zu einem der attraktivsten Arbeitgeber zu machen, als "vermessenes Versprechen". "Man darf Erwartungen nicht enttäuschen", warnte er in der "Leipziger Volkszeitung".

fln/AFP/Reuters

insgesamt 86 Beiträge
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wug2012 31.05.2014
1. Ahnungslos und dilletantisch.
Bei allem Respekt für Frau von der Leyen. Sie hat keine Ahnung vom Soldatsein und deren Bedürfnissen. Dir hanebüchenen Ideen bezahlt die Truppe aus ihrem eigenen Etat. und das alles nur, das die Dame als Kanzlerkandidatin auftreten darf. Schlimm!
colonel64 31.05.2014
2.
Da sieht man, daß die Ministerin nie gedient hat. Als ob Du als Soldat nach Dienstschluß groß Lust hast Dich in der Stube zu räkeln. Und der UvD bringt die Hausschuhe und das Bier. Mann o mann.... Wichtiger wäre bessere Ausrüstung, funkt. Geräte, Waffen usw. Mädchen geh nach Hause zu Deinen Kindern!
peter-deutsch 31.05.2014
3. Bundeswehr ist sicher nötig
wenn man den gesetzlichen Auftrag der BW verfolgt : Im Notfall das Vaterland zu verteidigen aber nur über das Mandat von "fremden Mächten" ( EU ) auch im Ausland das Leben von Deutschen ( BW-Soldaten ) zu gefährden kann man vielleicht als attraktiv einstufen wenn man es liebt die Ballerspiele am PC auch einmal LIVE zu erleben ... jeder Soldat muss den Gedanken durchgehen das er ( wenn er Pech hat ) in jüngster Zeit auch einmal sein LEBEN opfern muss ... was liebe Frau v.d.Leyen ist daran attraktiv ? war Krieg schon jemals attraktiv oder nur ein notwendiges ? Übel .. ein Flatscreen Fernseher im Tausch gegen das eigene Leben ? Bei den Millionen bzw. Milliarden die da verballert werden könnte man auch ne Söldnertruppe engagieren die mit "Freude" drauf los ballert ...
Lankoron 31.05.2014
4. 25 Jahre alte Fahrzeuge,
defekte Waffen, fehlende Bekleidung....kaum Geld für Übungen...aber natürlich nen Flatscreen auf das Zimmer. Aber wie sonst sollte man die gähnende Langeweile auch bekämpfen, wenn für Übung und Ausbildung kein Geld da ist...aber 500 Mio für ein Raketenabwehrsystem ausgeben, das keiner braucht, das nach 15 Jahren noch nicht fertig entwickelt ist....
mcvitus 31.05.2014
5. Absolut kompetenzfreie Wahnvorstellungen.
Und dem Amt in keiner Weise angemessen! Mein Tipp: nachhause gehen und Marmelade einkochen.
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