Verdacht auf Rechtsextremismus Neue Ermittlungen gegen KSK-Ausbilder

Wieder ein rechtsextremer Verdachtsfall in der Bundeswehr, wieder betrifft er das KSK: Nach SPIEGEL-Informationen hat die Truppe einen Ausbilder der Eliteeinheit beurlaubt.
Soldaten der Bundeswehr-Eliteeinheit KSK bei einer Übung (Archivbild)

Soldaten der Bundeswehr-Eliteeinheit KSK bei einer Übung (Archivbild)

Foto: Uli Deck/ dpa

Die Affäre um rechtsextreme Tendenzen in der geheimen Bundeswehr-Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) weitet sich aus. Nach SPIEGEL-Informationen ermittelt der Militärische Abschirmdienst (MAD) nach konkreten Hinweisen aus der Einheit seit Mitte Juni gegen einen weiteren KSK-Offizier wegen des Verdachts auf Rechtsextremismus. (Hier lesen Sie die ganze Geschichte .)

Den Aussagen von Kameraden zufolge soll sich Oberstleutnant W., der für die Ausbildung der Kommandosoldaten zuständig war, bei einer Mission der Einheit in Afghanistan im Jahr 2019 mehr als zweifelhaft eingelassen haben. Demnach sagte W. bei einer Besprechung mit anderen Soldaten, die Lage am Hindukusch sei ja "wie der Holocaust". Als es später in der Besprechung um eine Milchpreiserhöhung in dem Bürgerkriegsland ging, habe der KSK-Ausbilder gefragt, welche "Judensau" das denn wohl organisiert habe.

DER SPIEGEL 33/2020

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Nach den Hinweisen wurde der Oberstleutnant umgehend in den Urlaub geschickt. Gegen ihn wurden disziplinarische Ermittlungen aufgenommen. Das Verteidigungsministerium wollte den Vorgang auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren. Personalmaßnahmen und Ermittlungen gegen einzelne Soldaten könnten wegen des Persönlichkeitsschutzes grundsätzlich nicht öffentlich kommentiert werden, sagte ein Sprecher.

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