Prozess gegen KSK-Soldat Elitesoldat gibt Lagerung von Waffen zu

In Leipzig hat der Prozess gegen einen KSK-Soldaten begonnen, in dessen Garten ein Waffenversteck entdeckt wurde. Der Beschuldigte hat zugegeben, das Lager angelegt zu haben – angeblich wegen Engpässen bei der Truppe.
Der Angeklagte steht in einem Saal des Landgerichts Leipzig: Ihm werden Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz vorgeworfen

Der Angeklagte steht in einem Saal des Landgerichts Leipzig: Ihm werden Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz vorgeworfen

Foto: Sebastian Willnow / dpa

Das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr macht immer wieder Schlagzeilen wegen mutmaßlicher rechtsextremer Strömungen in den eigenen Reihen. In einem der bekanntesten Fälle hat nun der Prozess vor dem Landgericht Leipzig begonnen. Im Garten des 45-jährigen Philipp Sch. hatte die Polizei bei einer Durchsuchung im Mai 2020 ein Waffenversteck entdeckt. Vor Gericht räumte der mutmaßlich rechtsextreme Beschuldigte nun ein, das Lager angelegt zu haben.

Er habe das Material aus Restbeständen der Bundeswehr gesammelt und bei der Ausbildung genutzt, sagte Sch. vor Gericht. Als Grund dafür nannte der Beschuldigte seine Erfahrungen bei der Bundeswehr. Angeblich sei es in der Truppe immer wieder zu Engpässen gekommen. Er habe seine Soldaten bestmöglich ausbilden wollen und deshalb Waffen und Munition gelagert.

»Ich selbst bin davon ausgegangen, dass es sich dabei um nicht einsatzfähiges Material handelt«, sagte der Angeklagte. Die Gegenstände seien aus seiner Sicht »ungefährlich« gewesen. Später habe er Teile davon auf sein privates Grundstück gebracht.

Das KSK hat Zugriff auf die modernsten Waffen und Ausrüstungsgegenstände. Es ist dabei zum Teil vom regulären Beschaffungswesen des Heeres abgekoppelt. Dass es bei dieser Einheit zu Materialengpässe kommt, scheint daher unwahrscheinlich.

Der Elitesoldat Sch. muss sich wegen Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz verantworten. Staatsanwalt Ron Franke von der Generalstaatsanwaltschaft Dresden schilderte zum Prozessauftakt, welche Waffen und Munition bei der Durchsuchung auf dem Grundstück des Angeklagten im vergangenen Mai im Landkreis Nordsachsen gefunden worden waren. Dazu gehörten unter anderem ein Sturmgewehr AK-47, Sprengstoff sowie ein großes Arsenal von Munition.

Der Mann war im Mai in Untersuchungshaft genommen worden. Ende November kam er gegen Auflagen auf freien Fuß. Die Razzia auf seinem Grundstück erfolgte nach einem Hinweis des Militärischen Abschirmdiensts.

Das konkrete Tatmotiv ist laut Generalstaatsanwaltschaft noch unklar. Hinweise auf eine Beteiligung weiterer Bundeswehrangehöriger gab es demnach bislang nicht. Ein Urteil wird für Ende März erwartet.

asc/dpa/AFP
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