Tod in Afghanistan Leiser Abschied für gefallenen KSK-Soldaten

In Nordafghanistan trauern die Elitesoldaten des Kommando Spezialkräfte um ihren getöteten Kameraden. Am Mittwoch soll es im Feldlager eine größere Gedenkfeier geben. Auf eine öffentliche Veranstaltung in Deutschland verzichtet die Bundeswehr auf Wunsch der Angehörigen des Familienvaters.

Berlin - Die Bundeswehr nimmt von dem am Wochenende getöteten Elitesoldaten des Kommando Spezialkräfte leise Abschied. Auf der Webseite des Verteidigungsministeriums teilte die Truppe mit, die Kameraden aus der Kommandoeinheit hätten bereits am Dienstag eine interne Trauerfeier im deutschen Feldlager in Masar-e-Scharif für den 32-jährigen Hauptfeldwebel abgehalten.

Am Mittwoch soll dann am Ehrenhain des Lagers eine größere Trauerfeier mit dem Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Christian Schmidt, und dem Kommandeur des deutschen Einsatzkontingents, Generalmajor Jörg Vollmer, stattfinden. Danach soll der Leichnam des Familienvaters nach Deutschland überführt werden.

Eine öffentliche Trauerfeier wie bei den anderen in Afghanistan gefallenen deutschen Soldaten wird es dem Vernehmen nach nicht geben. Aus Sicht der Bundeswehr spricht schon die strikte Geheimhaltung über das Kommando Spezialkräfte selbst gegen eine öffentliche Veranstaltung. Zudem hat wohl auch die Familie des Getöteten signalisiert, dass sie keine Feier mit Medienvertretern wünscht. Stattdessen soll es nach der Überführung des Getöteten eine kleine, abgeschottete Feier in Baden-Württemberg geben, hieß es am Dienstag in Bundeswehrkreisen. Der gefallene Elitesoldat hinterlässt neben seiner Frau zwei kleine Kinder.

Taliban bauen ihr Machtgebiet wieder aus

Der Tod des Hauptfeldwebels ist bisher nur bruchstückhaft dokumentiert. Nach Bundeswehrangaben war der KSK-Soldat am späten Samstagnachmittag bei einer gemeinsamen Operation mit dem Codenamen "Maiwand" in der Nähe des nordafghanischen Orts Baghlan getötet worden. Demnach war die gemischte Einheit, in der die Deutschen als sogenannte Berater für die Afghanen mitgingen, zunächst von Aufständischen mit Schnellfeuergewehren und Panzerfäusten attackiert worden. Daraufhin forderten die Deutschen Kampfjets an, die die Stellungen der Gegner bombardierten. Bei einer anschließenden Prüfung der Bombenschäden wurden die Soldaten erneut attackiert. Der KSK-Soldat wurde dabei so schwer verwundet, dass er vor Ort starb.

Ein ebenfalls bei dem Vorfall verletzter KSK-Mann konnte bereits wieder aus dem Lazarett entlassen werden. Auf eigenen Wunsch wird der Soldat seine Dienstzeit in Afghanistan regulär beenden. Das KSK hat derzeit rund 200 Elitesoldaten am Hindukusch stationiert. Die Kommandokräfte sorgen vor allem für die Sicherheit rund um die deutschen Feldlager und trainieren eine Spezialeinheit der afghanischen Polizei. Dazu haben sie südlich von Baghlan einen Außenposten aufgebaut und begleiten regelmäßig Operationen der einheimischen Kameraden. Die Einsätze des KSK sind grundsätzlich geheim, selbst das Parlament erfährt nur abstrakt von den Missionen.

Der Vorfall nahe Baghlan, wo die Bundeswehr derzeit einen sogenannten Außenposten räumt, illustriert die fragile Lage in der strategisch wichtigen Region. Afghanische Sicherheitsvertreter warnen schon seit Wochen, dass die Taliban und andere Aufständische nach dem Ende des harten Winters wieder in die Region zurückkehren und mit dem Rückzug der internationalen Truppen ihr Machtgebiet sukzessive wieder ausbauen. In den vergangenen Wochen hatten US-Spezialkräfte rund um die Stadt Dutzende von Zugriffsoperationen gegen mutmaßliche Anführer der Taliban durchgeführt, dabei waren immer wieder auch Verdächtige durch Luftschläge getötet worden.

Für die Elitesoldaten des KSK kam der Tod des Kameraden wie ein Schock, zum ersten Mal verloren sie einen ihrer Soldaten bei einer Operation in Afghanistan.

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