Fehlende Mechaniker Viele Bundeswehr-Flugzeuge sind nicht einsatzfähig

Die Bundesregierung fliegt Hilfsgüter in den Nordirak, auch Waffenlieferungen sind geplant. Doch nach SPIEGEL-Informationen ist die Kapazität der Luftwaffe stark eingeschränkt. Von 56 Transall-Transportmaschinen sind nur 21 einsatzbereit.
Transall-Transportflugzeug der Bundeswehr: Nur 21 von 56 sind einsatzbereit

Transall-Transportflugzeug der Bundeswehr: Nur 21 von 56 sind einsatzbereit

Foto: Daniel Friederichs/ dpa

Hamburg - Die Lieferung von deutschen Handfeuerwaffen und Panzerabwehrraketen an kurdische Streitkräfte wird in der Bundesregierung heftig diskutiert, am kommenden Mittwoch soll eine abschließende Entscheidung fallen. Nun wird aus einem vertraulichen Bericht an die Spitze des Verteidigungsministerium deutlich: Die Einsatzfähigkeit der Luftwaffe ist stark eingeschränkt.

Laut dem Bericht, der dem SPIEGEL vorliegt, sind von den 109 Kampfflugzeugen vom Typ Eurofighter nur acht uneingeschränkt verfügbar (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.). Beim Transporthubschrauber CH-53 sind von 67 Maschinen nur sieben voll einsatzfähig. Beim Helikopter-Typ NH90, der auch in Afghanistan verwendet wurde, sind es von 33 Maschinen lediglich fünf.

Ähnliches gilt nach SPIEGEL-Informationen auch für die Transall-Transportflugzeuge, die für den Transport von Hilfsgütern und Waffen in den Irak vorgesehen sind. Von den 56 Maschinen stehen 21 zum Einsatz bereit. In einem weiteren internen Bericht werden als Ursachen für die geringe Einsatzbereitschaft etwa beim NH90 genannt, dass der Ersatzteilzulauf "erheblich verzögert" und "nahezu unplanbar" sei. Zudem fehle es an qualifizierten Mechanikern, heißt es in dem Papier. Der Ausbildungsstand erreiche etwa am Standort Faßberg bei militärischem Personal lediglich 62 Prozent, bei zivilem Personal acht Prozent.

CSU fordert mehr Geld für die Bundeswehr

Angesichts der wachsenden sicherheitspolitischen Herausforderungen fordern führende CSU-Politiker eine Aufstockung des Etats für die Truppe. "Wir können nicht ständig über die Abschaffung der kalten Progression diskutieren, und für die Bundeswehr ist nicht genügend Geld da, um ihre Aufgaben zu erfüllen", sagte CSU-Chef Horst Seehofer dem SPIEGEL. Vor dem Hintergrund der sich verschärfenden Spannung im Verhältnis zu Russland und dem islamistischen Terrorismus will Seehofer die Ausstattung der Armee in Berlin auf die Tagesordnung setzen.

Ähnlich sieht das der CSU-Sicherheitsexperte Hans-Peter Uhl. "Angesichts der neuen Bedrohungslage müssen wir uns die Frage stellen, ob die Bundeswehr ausreichend ausgestattet ist." Der CSU-Verteidigungsexperte Florian Hahn sagt: "Die Zeit der Friedensdividende ist vorbei. Allein um den Verfall der Ausrüstung zu verhindern, brauchen wir im Etat konstant tatsächliche Investitionen in Höhe von sieben Milliarden Euro." In der Regierung hieß es dagegen, Kanzlerin Angela Merkel wünsche derzeit keine Debatte über höhere Verteidigungsausgaben.

vek
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