Ausfälle bei der Bundeswehr Marine fürchtet um Einsatzfähigkeit

Weil sich Wartungsarbeiten verzögern, werden viele Schiffe und Boote in den nächsten Jahren ausfallen - teils viele Monate. Die Marineführung sieht nach SPIEGEL-Informationen nun internationale Verpflichtungen gefährdet.
Korvetten in Rostock

Korvetten in Rostock

Foto: Bernd Wüstneck/ DPA

Die Marine warnt in einem internen Papier vor langfristigen Ausfällen vieler Schiffe und Boote, die in den kommenden Jahren internationale Verpflichtungen gefährden könnten. In einer Vorlage aus dem Marinekommando heißt es nach Informationen des SPIEGEL, die Vorgaben des Verteidigungsministeriums "zur (zeitgerechten) Teilnahme an Einsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen" seien "nicht mehr zu gewährleisten".

Grund sind Verzögerungen bei Wartungsvorhaben, die sich wegen "mangelnder Personalkapazitäten im Marinearsenal" teils erheblich verschöben. Bei 36 Einheiten, darunter Fregatten, Korvetten, U-Boote und Versorgungsschiffe, seien Verschiebungen "von bis zu 18 Monaten oder Aufkündigungen" zu erwarten. "Einheiten könnten dann bis zu 48 Monate nicht mehr genutzt werden."

Die Marineführung ist offenbar aufgeschreckt. "Mit dieser Vorlage wird das ganze dramatische Ausmaß der Instandsetzungskrise deutlich", notierte der Chef des Stabes im Marinekommando auf dem Papier. "Damit können wir die Marine aus vielen Aktivitäten abmelden."

Das als Verschlusssache "nur für den Dienstgebrauch" eingestufte Papier stammt von Ende Mai und bezieht sich auf den sogenannten Materialerhaltungsplan für die Jahre 2021 bis 2025. Das Marinekommando betonte auf Anfrage, die Verzögerungen bei der Instandsetzung würden nur eintreten, "wenn die Gegenmaßnahmen keine Wirkung erzielen". Man habe bereits zusätzliche Stellen geschaffen.

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