Uniter-Mitgründer Polizei durchsucht offenbar Wohnung von Ex-KSK-Soldat André S.

André S. fiel im Zuge von Ermittlungen wegen rechter Netzwerke in der Bundeswehr auf. Nun hat die Polizei laut seinem Anwalt die Wohnung des Mannes durchsucht - und Airsoftwaffen gefunden.
Soldaten der KSK bei einer Übung

Soldaten der KSK bei einer Übung

Foto: A3386 Uli Deck/ dpa

Spezialkräfte der Polizei haben offenbar die Wohnung des früheren Soldaten André S. durchsucht. Auch die Wohnung seiner Eltern und eines weiteren Mannes seien bereits am Dienstag ab 6 Uhr durchsucht worden, sagte der Verteidiger des inzwischen aus der Bundeswehr ausgeschiedenen Unteroffiziers der Nachrichtenagentur dpa.

Bei seinem Mandanten seien fünf sogenannte Airsoftwaffen beschlagnahmt worden, die frei erwerblich und nicht verboten seien, sagte der Anwalt demnach. André S. werde dennoch Beihilfe zum Vergehen des vorsätzlichen Führens einer Schusswaffe vorgeworfen, weil die Airsoftwaffen bei Übungen auf einem Trainingsgelände benutzt worden sein sollen. Der Anwalt sagte, er habe Beschwerde gegen die Hausdurchsuchungen und die Beschlagnahme eingelegt.

S. ist wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz verurteilt

André S. - Spitzname "Hannibal" - war im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen rechter Netzwerke in der Bundeswehr in den Blick von Behörden geraten. Der terrorverdächtige Offizier Franco A. war 2017 wegen einer auf dem Flughafen Wien versteckten Waffe aufgeflogen und hatte die Ermittlungen ausgelöst. Es gab damals eine Durchsuchung beim Kommando Spezialkräfte (KSK) und in Privathäusern, um Kontaktleute von A. und einen sogenannten Dunstkreis zu überprüfen sowie ein mögliches Netzwerk zu finden.

Gegen André S. gibt es keine Ermittlungen wegen politisch motivierter Straftaten. In einem Prozess zu dem Themenkomplex in Köln war er als Zeuge gehört worden.

Das Amtsgericht Böblingen verurteilte S. jedoch zu einer Geldstrafe in Höhe von 1800 Euro - wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz. Bei früheren Hausdurchsuchungen hatten Ermittler Patronen, Nebel- und Signalgranaten sichergestellt sowie eine Kiste, in der sich Zünder von Handgranaten befanden.

Der Verein Uniter, den S. mitgegründet hatte, wurde nach dessen Angaben im Jahr 2010 aus zwei Netzwerken für Kommandoeinheiten der Bundeswehr und Polizei sowie einer Gruppe aus dem europäischen Nato-Kommando Shape gegründet. Die Vereinsführung weist Verbindungen in kriminell-extremistische Strukturen zurück, nachdem Medien über eine "Schattenarmee" berichtet hatten. Ermittler haben dafür keine Belege gefunden.

kko/dpa
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