Bundeswehr Regierung dementiert neue US-Anfrage


Berlin - Die USA haben angeblich keine weitere Anfrage für einen Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan gestellt und auch keine Beteiligung an einer multinationalen Sicherungstruppe erbeten. Die Bundesregierung dementiert entsprechende Zeitungsartikel.

"Es gibt keine solche Anfrage", sagte Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye. Der Bericht könne von "interessierter Seite" lanciert worden sein, um die Grünen vor der Abstimmung am Freitag unter der Druck zu setzen, sagte er gegenüber SPIEGL ONLINE.

Die "Bild"-Zeitung berichtete unter Berufung auf deutsche und amerikanische Regierungskreise, der Bundesregierung liege eine entsprechende Bitte der USA vor. Es handele sich nach US-Vorstellungen um keine Blauhelm-Truppe, sondern um ein "robustes Uno-Mandat" mit Kampftruppen.

Der Nato-Militärausschuss habe sich am Donnerstag bereits mit der amerikanischen Anfrage befasst. In Berlin sei es zu einer geheimen Krisensitzung mit Vertretern des Auswärtigen Amts, dem Sicherheitsberater des Kanzleramts, Michael Steiner, und Bundeswehr-Generalinspekteur Harald Kujat gekommen. Die Runde habe sich noch nicht auf eine Zusage einigen können, sondern eine weitere Prüfung beschlossen.

Das Verteidigungsministerium erklärte lediglich, es gebe in der Nato "Erörterungen zu humanitärer Hilfe in Afghanistan", die Uno- und Hilfsorganisationen einschlössen. Diese Überlegungen konzentrierten sich auf Fragen des Lufttransports. An diesen Maßnahmen könne Deutschland bereits teilnehmen, wenn der Bundestag den Afghanistan-Beschluss des Kabinetts am Freitag billige. "Überlegungen zu einem zweiten Mandat bestehen in der Bundesregierung nicht. Entsprechende Spekulationen erübrigen sich", hieß es in der Erklärung des Ministeriums



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