Bundeswehr Regierung lobt Kongo-Einsatz

Die Kongo-Mission der Bundeswehr ist beendet, bis Weihnachten sollen die Soldaten zu Hause sein: Die Bundesregierung lobte den Einsatz der Bundeswehr.


Berlin - Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sagte, die Mission zur Absicherung der Wahlen in dem zentralafrikanischen Land sei erfolgreich gewesen.

Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul erklärte im RBB-Inforadio, der Kongo sei derzeit zwar nicht stabil. Die Chance, die Gewalt zu beenden, sei jedoch gestiegen. Zur Diskussion über weitere Afrika-Einsätze sagte die SPD-Ministerin, es gebe die Verpflichtung, für Stabilität zu sorgen. "Wir lernen doch alle, dass zerfallene oder zerfallende Staaten die Brutstätte für Gewalt sind. Und in den heutigen Zeiten lebt niemand mehr auf einer Insel", erklärte sie.

Das Mandat für den Einsatz der EU-Truppe Eufor im Kongo läuft nach vier Monaten heute aus. Als Teil der Eufor waren auch knapp 800 deutsche Soldaten im Kongo und in Gabun im Einsatz. Am Samstag sollen die ersten nach Deutschland zurückverlegt werden, der letzte Transport ist nach Angaben der Bundeswehr für 22. Dezember vorgesehen. Weihnachten könnten alle Soldaten zu Hause verbringen.

Der Führer des deutschen Kontingents der Eufor, Admiral Henning Bess, äußerte sich verhalten zuversichtlich, dass es auch nach dem Abzug der Europäer im Kongo ruhig bleiben werde. Nach seinem Eindruck hätten die Menschen im Kongo ein Bedürfnis nach Ruhe und Stabilität und nicht den Wunsch, sich gegenseitig zu bekriegen, sagte Bess im Deutschlandfunk. "Insofern kann man da vielleicht ganz zuversichtlich sein", fügte er hinzu.

Die Bundeswehr hat nach Worten des Admirals zur Demokratisierung des Landes getan, was sie konnte. "Wir haben mit unserer Zeitung oder mit unseren Radio- und Fernsehspots durchaus vermittelt, was bedeutet Demokratie, wie funktioniert Demokratie". Einen Teil der Bevölkerung hätten die Soldaten damit sicher erreicht. Außerdem werde der Kongo auch mit dem Abzug der Eufor nicht allein gelassen. Die 17.000 Soldaten starke Uno-Truppe Monuc und die europäischen Polizeiausbilder blieben schließlich vor Ort.

hen/Reuters/ddp



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