Bundeswehr "Sechs Monate Wehrdienst sind die Untergrenze"

Für den Generalinspekteur der Bundeswehr und den Verteidigungsminister steht fest: Ein von neun auf sechs Monate reduzierter Wehrdienst ist die "absolute Untergrenze", um die Wehrpflicht beizubehalten.


Struck (M.) und Schneiderhan (r.): "Drei Monate Wehrdienst sind hirnrissig"
REUTERS

Struck (M.) und Schneiderhan (r.): "Drei Monate Wehrdienst sind hirnrissig"

Leipzig - Laut einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" stimmen Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und Verteidigungsminister Peter Struck in dieser Einschätzung überein. Zuvor hatte die Bundeswehr-Spitze nationale und internationale Erfahrungen mit Wehrpflicht- und Freiwilligenarmeen ausgewertet.

Überlegungen, den Wehrdienst auf nur drei Monate zu reduzieren, seien als "hirnrissig" zurückgewiesen worden, berichtet die Zeitung. Denn dies bedeute den Verzicht auf jedwede Praxis. Mit Blick auf die laufende Debatte innerhalb der Sozialdemokraten vor der Parteitagsentscheidung über die Zukunft der Wehrpflicht-Armee bekräftigte der SPD-Politiker Struck: "Die Wehrpflicht ist unabdingbar für die Einsatzbereitschaft, die Leistungsfähigkeit und die Wirtschaftlichkeit der Bundeswehr."

Der verteidigungspolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Christian Schmidt (CSU), sagte dem Blatt: "Eine neunmonatige Wehrpflicht als Richtwert muss bleiben." Er forderte Struck auf, "nicht auf jede halb ausgegorene Idee zu springen, die irgendjemand in der SPD hat". Der Minister solle erst einmal die Wehrpflichtigen, die er jetzt hätte einberufen können, auch alle einberufen. "Dann würde er feststellen, dass es in Sachen Wehrgerechtigkeit viel zu verbessern gibt."



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