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Terrorermittlungen Soldat fabulierte vom Sturm des Reichstagsgebäudes

Auf zehn handgeschriebenen Seiten schwadronierte ein Bundeswehrsoldat nach SPIEGEL-Informationen über einen Regierungsumsturz. Der Bundestag müsse gestürmt und Politiker festgenommen werden, hielt er fest.
aus DER SPIEGEL 10/2021
Bundeswehr-Übungsgelände in Pfullendorf (Archiv)

Bundeswehr-Übungsgelände in Pfullendorf (Archiv)

Foto: Thomas Warnack/ dpa

Der am vergangenen Samstag in Hessen festgenommene Bundeswehrsoldat Tim F. beschäftigte sich nach SPIEGEL-Informationen mit Plänen für einen gewaltsamen Regierungsumsturz. In einer Sporttasche fanden die Ermittler eine Art handgeschriebenes Manifest. Darin hatte der 21-jährige Hauptgefreite auf zehn Seiten seine Gewaltfantasien aufgeschrieben.

In dem teils wirr formulierten Papier mit dem Titel »Wie man die Macht in Deutschland übernehmen könnte« skizzierte F., man müsse den Bundestag stürmen und dort die führenden Politiker festnehmen. In dem Pamphlet soll auch die »Sturmabteilung« der NSDAP verherrlicht worden sein.

Aus: DER SPIEGEL 10/2021

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Zeugen berichteten der Polizei zudem, dass Tim F. im Taunus regelmäßig Schießübungen abgehalten und davon gesprochen habe, sich für den »Ernstfall« vorzubereiten. Er habe darüber schwadroniert, dass alle Flüchtlinge erschossen gehörten und der Bundestag und die Bundesregierung »ausgelöscht« werden müssten. Im Messengerdienst Telegram soll er Mitglied einer nationalistischen Chatgruppe gewesen sein.

Pistolen, Gewehre, Granaten

Die Polizei war nach einem Hinweis der Ex-Freundin des Soldaten auf ein Waffenlager mit zwei scharfen Pistolen, zwei Gewehren, einer Handgranate, Zündern und Munition gestoßen. Bei der Bundeswehr war F. zuvor nie aufgefallen. Er leistete seit Ende 2019 im baden-württembergischen Pfullendorf freiwilligen Wehrdienst. Auch den Nachrichtendiensten war er bislang nicht als Extremist bekannt.

Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt das Verfahren gegen den 21-Jährigen übernommen und ermittelt unter anderem wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Sein Anwalt wollte sich derzeit noch nicht zu den Vorwürfen äußern. Auch der Vater des Soldaten wurde im Zusammenhang mit den Waffenfunden festgenommen, sein Bruder stellte sich freiwillig.

mab/mgb/wow
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