Bundeswehr Soldaten in Uniform dürfen gratis Bahn fahren

Fahrten mit ICE oder IC sind für Bundeswehrsoldaten offenbar bald kostenlos. Über eine Regelung für Nahverkehrszüge laufen noch Verhandlungen mit der Bahn.

Soldaten am Erfurter Bahnhof (Archiv): Jährlich etwa vier Millionen Euro
Karina Hessland/ imago images

Soldaten am Erfurter Bahnhof (Archiv): Jährlich etwa vier Millionen Euro


Die Bundeswehr hat sich mit der Deutschen Bahn offenbar auf Gratisfahrten für Soldaten in Uniform geeinigt. Bei Gesprächen sei eine Lösung für strittige Punkte gefunden worden, schreibt die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Regierungskreise in Berlin. Zuerst hatte die "Bild am Sonntag" darüber berichtet.

Nach Informationen der Zeitung wird die Bundeswehr pauschal jährlich rund vier Millionen Euro an die Bahn bezahlen. Verhandelt werde noch, wie und ob die Soldaten auch die Nahverkehrszüge nutzen dürfen. Generell könnten uniformierte Bundeswehrangehörige bald gratis mit allen ICE- und IC-Zügen der DB fahren.

Die Gespräche waren wegen strittiger Punkte ins Stocken geraten. Über die Gratisfahrten verhandelte das Verteidigungsministerium nach Angaben eines Sprechers schon seit Jahresbeginn mit der Bahn. Die neue Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte das Thema im Juli in der Regierungserklärung nach ihrem Amtsantritt wieder auf die Tagesordnung gebracht.

Kostenfreie Bahnfahrten gibt es bei der Bundeswehr schon heute - beispielsweise können freiwillig Wehrdienstleistende gratis heimfahren. Auch Polizisten dürfen kostenlos Bahn fahren. Allerdings gibt es hier unterschiedliche Regelungen.

Flixbus begrüßt Einigung - und will ebenfalls verhandeln

Flixbus-Geschäftsführer Fabian Stenger begrüßte die Einigung auf SPIEGEL-Anfrage. Der Bund solle nun auch mit anderen Verkehrsteilnehmern wie regionalen Verkehrsbetrieben oder Fernbusanbietern Gespräche über Freifahrten für Soldaten führen, fordert er. Denn die meisten Kasernen befänden sich nicht an den Stammstrecken der DB Fernverkehr.

"In allen Linienverkehren wird nur mit Ticket oder Nachweis befördert", sagt Stenger. Eine Uniform habe noch nie ausgereicht. Deshalb schlossen Institutionen entsprechende Verträge mit Verkehrsunternehmen. Auch sein Unternehmen stehe dem offen gegenüber.

kev/kko/dpa



insgesamt 108 Beiträge
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pitt1968 16.08.2019
1. Wer hat noch...
eine Uniform im Keller? Waffengattung oder Dienstgrad sind egal! Günstiger kommt man sicher nicht ein Freifahrten mit der Bahn... wenn nur die Uniform als "Fahrkarte" zählt.
unixv 16.08.2019
2. Wieso nicht alle Bäcker?
die sind zwar nicht im Öffentlichen Dienst, arbeiten aber wie die Soldaten auch! oder wirklich nur für Menschen im Öffentlichen Dienst, also Beamte? also Menschen der ersten Klasse? Soldat ist 2019 ein Beruf wie jeder andere, oder sehe ich da was falsch?
Gmorker 16.08.2019
3. Komische Zeiten
Als ich 1990 als Zeitsoldat meinen Dienst antrat, bekam ich in meiner ersten Dienstwoche ein kleines gelbes Kärtchenm, das gut in die Brieftasche paste. Darauf vermerkt war, das ich als Zeitsoldat generell 2. Klasse zum halben Preis fahren durfte (vergleichbar mit einer damals noch nicht vorhandenen Bahncard 50). Die Wehrpflichtigen erhielten die gleiche Karte, mit dem Zusatz von Dienstort und Heimatort. Fahrten zwischen diesen beiden Orten waren für Wehrpflichtige generell kostenlos, im restlichen Bundesgebiet galt die gleiche Regelung wie auf meiner Karte. ... diese Karten waren nicht elektronisch lesbar, meist einfach per Hand ausgestellt und gesiegelt. ... Es will mir nicht in den Kopf woher die Schätzung kommt, es würde 25 Millionen kosten, damit die Bahn die notwendige Technik entwickelt um prinzipiell dasselbe zu leisten, wie das was vor 30 Jahren schon problemlos möglich war.
imlattig 16.08.2019
4. das ...
müssen die Soldaten als geldwerten Vorteil versteuern. warum müssen Offiziere wie Generäle diese Vorteile beziehen? warum macht die Deutsche Rentenversicherung nicht so einen Deal für Rentner?
dirkcoe 16.08.2019
5. Auf welcher Rechtsgrundlage?
Weil Klein Annegret das so will, wird wohl kaum reichen. Und natürlich gehe ich davon aus, das die Soldaten den geldwerten Vorteil versteuern. Anderenfalls wäre das jetzt der Moment die Gerichte damit zu befassen. Eine Ungleichbehandlung von Arbeitnehmern läßt unser GG nicht zu - auch wenn Klein Annegret erst gestern in einem Interview bewiesen hat das sie nicht die geringste Ahnung hat, was da so drinsteht.
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