Verleitung zu einer rechtswidrigen Tat Staatsanwaltschaft ermittelt gegen KSK-Kommandeur

Rechtsextreme Umtriebe haben den Eliteverband KSK in Verruf gebracht. Nun ist Kommandeur Kreitmayr ins Visier der Justiz geraten. Er soll Feldärztinnen angewiesen haben, ihn über einschlägige Tattoos zu informieren.
Das bordeauxrote Barett mit dem Abzeichen des KSK: Gegen Kreitmayr laufen zudem Ermittlungen in der Munitionsaffäre

Das bordeauxrote Barett mit dem Abzeichen des KSK: Gegen Kreitmayr laufen zudem Ermittlungen in der Munitionsaffäre

Foto: Björn Trotzki / imago images/Björn Trotzki

Kommenden Monat wird KSK-Kommandeur Markus Kreitmayr von seinem Posten abgelöst. Nun sieht sich der Brigadegeneral allerdings mit Ermittlungen konfrontiert. Kreitmayr soll mehrere Feldärztinnen angewiesen haben, ihn über bei Soldaten entdeckte rechtsradikale Tätowierungen zu informieren.

Die Staatsanwaltschaft Tübingen leitete deswegen ein Ermittlungsverfahren wegen des Verleitens zu einer rechtswidrigen Tat ein. »Die Ermittlungen sollen bis Mitte September abgeschlossen sein«, sagte Staatsanwalt Nicolaus Wegele am Freitag in Tübingen. Zuerst hatte das Nachrichtenmagazin »Focus« berichtet.

Die Zahl der rechtsextremen Verdachtsfälle in der Bundeswehr war im vergangenen Jahr auf 477 gestiegen. Vor allem das Kommando Spezialkräfte (KSK) geriet zuletzt mehrfach in die Schlagzeilen. So wurde bei einem Soldaten der Bundeswehr-Eliteeinheit in Sachsen ein Waffenversteck gefunden.

Ermittlungen gegen Kreitmayr auch in Munitionsaffäre

Der Kommandeur des letzten deutschen Einsatzkontingents in Afghanistan, Brigadegeneral Ansgar Meyer, wird neuer Kommandeur des KSK. Er löst Kreitmayr zum 1. September ab.

Dieser stand gut drei Jahre lang an der Spitze des Eliteverbands. Kreitmayr leitet einen als erfolgreich bewerteten Reformprozess des KSK nach rechtsradikalen Vorfällen. Er ist aber selbst in die Kritik geraten, weil er im KSK eine Sammelaktion für verschwundene und nicht nach den Regeln aufbewahrte Munition veranlasst hatte (lesen Sie hier mehr).

Die Staatsanwaltschaft Tübingen prüft den Anfangsverdacht eines Verstoßes gegen Paragraf 40 des Wehrstrafgesetzes, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Matthias Grundke Anfang April erklärt hatte. Dies sei vergleichbar mit dem Straftatbestand der Strafvereitelung. Bis zu einem rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gilt Kreitmayr als unschuldig. Er hat sich zu dem Sachverhalt bislang nur intern, nicht aber öffentlich geäußert.

asc/dpa
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