Bundeswehr Staatsanwaltschaft ermittelt wegen umstrittenem Video

Nun hat sich im Skandal um das Bundeswehr-Video auch die Staatsanwalt Kiel eingeschaltet. Die Behörde ermittelt wegen Volksverhetzung. Zuvor hatte das Verteidigungsministerium erste Konsequenzen gezogen und den im Video erkennbaren Ausbilder entlassen.


Kiel/Rendsburg - Der Kieler Oberstaatsanwalt Uwe Wick bestätigte heute die Ermittlungen: "Wir haben ein Verfahren eingeleitet, um zu prüfen, ob der Tatbestand der Volksverhetzung gegeben ist."

Standbild aus umstrittenem Video: Ansehen der Bundeswehr ernstlich gefährdet
DDP

Standbild aus umstrittenem Video: Ansehen der Bundeswehr ernstlich gefährdet

Mit Ablauf des heutigen Tages endet auch das Dienstverhältnis zwischen dem auf dem Video zu sehenden Ausbilder und der Bundeswehr. Dies hatte das Verteidigungsministerium heute mitgeteilt.

Der Offiziersanwärter habe seine Dienstpflicht verletzt und das Ansehen der Bundeswehr ernstlich gefährdet, so ein Sprecher des Ministeriums. Mit der Entlassung verliert der Mann, der Anfang 20 ist, seinen Dienstgrad und Anspruch auf Dienstbezüge.

Gegen den zweiten anwesenden Ausbilder, der das Video gefilmt hatte, wird in der Bundeswehr weiterhin ermittelt.

Das in der vergangenen Woche aufgetauchte Video hatte in Deutschland und den USA für Empörung gesorgt. Darin ist zu sehen, wie ein Rekrut aus der Kaserne im schleswig-holsteinischen Rendsburg bei der Ausbildung dazu aufgefordert wird, bei Schießübungen mit dem Maschinengewehr an "Afroamerikaner" im New Yorker Stadtteil Bronx zu denken. Unter den Rufen "Motherfucker" feuert der Soldat daraufhin Schüsse ab.

joh/dpa



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