Bundeswehr Staatsanwaltschaft weitet Ermittlungen in Coesfeld aus

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen im Zusammenhang mit den Misshandlungen von Bundeswehrsoldaten in einer Coesfelder Kaserne ausgeweitet. Der Kreise der Beschuldigten wird immer größer: Mittlerweile wird gegen 27 Soldaten ermittelt.


Kaserne in Coesfeld: Ermittlungen gegen 27 Soldaten
DDP

Kaserne in Coesfeld: Ermittlungen gegen 27 Soldaten

Münster/Coesfeld - Untersuchungen laufen gegen einen Hauptmann, 19 Unteroffiziere und sieben Mannschaftsdienstgrade. Die Bundeswehr habe zudem mögliche weitere Fälle angekündigt, sagte Münsters Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer heute. Wehrpflichtige waren in Coesfeld mit Schwachstrom und Schlägen malträtiert worden.

Verteidigungsminister Peter Struck äußerte sich jedoch zurückhaltend zu Vorwürfen, nach denen die Misshandlungen in Coesfeld von Vorgesetzten angeordnet worden seien. Ein beschuldigter Ausbilder hatte am Montag gesagt, die umstrittenen Übungen seien von Zugführern angeordnet worden. "Ich weiß nicht, ob diese Behauptung stimmt, die der Ausbilder dort öffentlich erhoben hat", sagte Struck im Bayerischen Rundfunk. Er habe angeordnet, dass allen Vorwürfen nachgegangen werde. Schweer betonte, gegen die von dem Ausbilder beschuldigten Zugführer werde bereits ermittelt.

Der Ausbilder hatte dem Magazin "Report Mainz" des Südwestrundfunks unter anderem gesagt, die fingierten Geiselnahmen seien von Vorgesetzten akribisch vorbereitet worden. Vielen Beschuldigten sei nicht bewusst gewesen, gegen Vorschriften verstoßen zu haben.



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