Neue Probleme bei der Bundeswehr Startverbot für alle 53 "Tiger"-Hubschrauber

Die Bundeswehr kämpft mit technischen Mängeln bei der Hubschrauberflotte. Nach einer Warnung der Industrie darf vorerst kein "Tiger"-Helikopter mehr starten.
"Tiger"-Hubschrauber der Bundeswehr (Archiv): Aus Sicherheitsgründen dürfen die Helikopter vorerst nicht starten

"Tiger"-Hubschrauber der Bundeswehr (Archiv): Aus Sicherheitsgründen dürfen die Helikopter vorerst nicht starten

Foto: Britta Pedersen/ dpa

Die Bundeswehr hat aus Sicherheitsgründen den gesamten Flug- und Übungsbetrieb der hochmodernen Kampfhubschrauber "Tiger" eingestellt.

Nach SPIEGEL-Informationen hatte der Hersteller der Helikopter zuvor eine Warnmeldung herausgegeben, da ein wichtiges Bauteil für die Rotorsteuerung der "Tiger" möglicherweise einen Materialfehler aufweist. Nun müssen alle Hubschrauber getestet werden, für Donnerstag ist wegen der Warnung eine Sitzung des Flugsicherheitsausschusses angesetzt worden.

Bei dem betroffenen Bauteil handelt es sich um einen Bolzen der Rotorsteuerung ("Main Rotor Control") des modernsten Helikopters der Bundeswehr. Manche dieser Bauteile aus Titan weisen laut dem Hersteller Airbus Helicopters möglicherweise eine Wasserstoffversprödung auf und könnten während des Flugs brechen. Laut Insidern könnte ein Bruch während des Fluges im schlimmsten Fall zum Absturz des Hubschraubers führen.

Nur 11 von 53 Hubschraubern einsatzbereit

Schon am 2. August veranlasste das Heer, das die "Tiger" betreibt, wegen der Warnung eine sofortige Sperrung aller Helikopter. In Bundeswehrkreisen war von einer Sicherheitsmaßnahme die Rede.

Nach einer ersten Überprüfung stellte die Bundeswehr fest, dass das möglicherweise mangelhafte Bauteil nicht nur im "Tiger" steckt, sondern auch im Transporthubschrauber NH90 sowie im Schulungshubschrauber EC135. Da es dort jedoch "nicht an sicherheitsrelevanten Stellen" verbaut sei, laufe der Flugbetrieb mit beiden Helikopter vorerst weiter, hieß es bei der Bundeswehr.

Das sogenannte Grounding der Flotte hat erhebliche Folgen für das Flugtraining der Bundeswehrpiloten. Die Überprüfungen sollen möglichst rasch vorgenommen werden. Derzeit werden die "Tiger" nicht im Ausland eingesetzt, zuletzt flogen die Helikopter im afrikanischen Mali für eine Uno-Mission.

Die Stilllegung der gesamten "Tiger"-Flotte illustriert erneut die massiven Probleme der Bundeswehr mit ihren Kampfsystemen. Derzeit verfügt das Heer über 53 der von Airbus Helicopters hergestellten Kampfhubschrauber, davon waren aber im vergangenen Jahr durchschnittlich nur 11,6 einsatzbereit.

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