Bundeswehr Struck verteilt vor Wahl noch Top-Jobs

Marine-Inspekteur, ständiger Vertreter bei der Nato, Leiter des Einsatzführungskommandos - drei Monate vor der geplanten Wahl hat Verteidigungsminister Struck nach Informationen von SPIEGEL ONLINE weit in die Zukunft reichende Personalentscheidungen für militärische Spitzenposten getroffen.

Von Alexander Szandar


Struck mit Generälen (Archiv): Personalbeschlüsse auf den letzten Drücker
REUTERS

Struck mit Generälen (Archiv): Personalbeschlüsse auf den letzten Drücker

Hamburg - Zwar werden einige der Top-Jobs erst in gut einem Jahr mit der Pensionierung der Amtsinhaber frei, aber Peter Struck wollte schon jetzt Nachfolger bestimmen, um ihnen genug Vorbereitungszeit zu lassen. So soll Flottenchef Wolfgang Nolting den Vizeadmiral Lutz Feldt als Marine-Inspekteur beerben. Als ständiger Militärischer Vertreter bei der Nato in Brüssel wird der Vizeadmiral Frank Ropers dem Generalleutnant Klaus Olshausen folgen.

Erstmals darf ein Luftwaffenoffizier die Leitung des Einsatzführungskommandos bei Potsdam übernehmen, das die Auslandsmissionen der Bundeswehr dirigiert - und bisher eine Domäne des Heeres war: Der Zwei-Sterne-General Karlheinz Viereck soll nach dem Willens Strucks den Kollegen Holger Kammerhoff ersetzen und zum Generalleutnant befördert werden.

Mit seiner Personalauswahl hat Struck einem möglichen Nachfolger praktisch die Hände gebunden - bisher war es unüblich, personelle Vor-Festlegungen bei einem Ministerwechsel gleich wieder umzustoßen. SPD-Minister Rudolf Scharping etwa berief 1999 den bereits vom CDU-Vorgänger Volker Rühe ausgesuchten Hans Peter von Kirchbach zum Generalinspekteur und folgte so dem Beispiel des CDU-Ministers Manfred Wörner. Der hatte 1983 den schon von SPD-Ressortchef Hans Apel nominierten General Wolfgang Altenburg an die Spitze der Bundeswehr gestellt.



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