Für Wehrübung Grünen-Politiker Lindner nimmt Kriegsdienstverweigerung zurück

Gewissensgründe würden ihn "nicht mehr daran hindern, in der Bundeswehr zu dienen". Grünen-Politiker Lindner hatte einst den Wehrdienst verweigert. Das hat er jetzt rückgängig gemacht - für eine Wehrübung.
Tobias Lindner (r.) neben Cem Özdemir: "Soldat und Grüner - das geht und das gibt's."

Tobias Lindner (r.) neben Cem Özdemir: "Soldat und Grüner - das geht und das gibt's."

Foto: Tobias Lindner privat/ dpa

Der Grünen-Verteidigungspolitiker Tobias Lindner hat seine Kriegsdienstverweigerung zurückgenommen, um an einer Wehrübung der Bundeswehr für Bundestagsabgeordnete teilnehmen zu können.

Als Mitglied des Verteidigungsausschusses habe er sein Bild von der Bundeswehr "von innen komplettieren" wollen, sagte der 37-Jährige der "Welt" . Deshalb habe er dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Köln schriftlich mitgeteilt, dass ihn "Gewissensgründe nicht mehr daran hindern, in der Bundeswehr zu dienen".

Lindner hatte 2001 Zivildienst geleistet. 2011 wurde die Wehrpflicht in Deutschland dann ausgesetzt. Während der fünftägigen Wehrübung wurde Lindner dem Bericht zufolge der vorübergehende Dienstgrad eines Oberleutnants verliehen.

Von der Bundeswehr sei er mit Interesse aufgenommen worden, sagte der Politiker. Es gebe mittlerweile "immer mehr Soldaten, die Grünen-Anhänger sind oder gar Parteimitglied - die sich allerdings meist nur mir gegenüber outen und noch eine gewisse Scheu haben, das offen in der Truppe zu kommunizieren. Aber glauben Sie mir: Soldat und Grüner, das geht und das gibt's."

aev/dpa
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