Bundeswehr "Tornado"-Jets starten Einsatz über Syrien und dem Irak

Die heikle Mission beginnt: Zwei Tornados der Bundeswehr haben erstmals die Luftangriffe gegen die Terrormiliz IS in Syrien und dem Irak unterstützt. Die Kampfjets lieferten in Echtzeit Aufnahmen von Stellungen der Extremisten.
Tornados in Incirlik: Erster Einsatz über Syrien

Tornados in Incirlik: Erster Einsatz über Syrien

Foto: DPA/ Bundeswehr/ Falk Bärwald

Piloten der Luftwaffenstützpunkte Büchel in Rheinland-Pfalz und Jagel in Schleswig-Holstein sind zum ersten Mal mit ihren Kampfjets vom türkischen Militärflughafen Incirlik Richtung Syrien und Irak gestartet. Die Tornados sind mit hochauflösenden Kameras ausgerüstet, sie machen in Echtzeit Bilder von den Stellungen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) .

Zwei Tornados seien zweieinhalb Stunden über Syrien und dem Irak im Einsatz gewesen, sagte ein Sprecher der Verteidigungsministeriums SPIEGEL ONLINE. "Sie haben ihren Auftrag aufgeführt." Die Ziele, die die internationale Koalition gegen den IS vorgegeben habe, seien aufgeklärt worden.

Die Flugzeuge seien gegen 10.30 Uhr Ortszeit von der türkischen Basis Incirlik gestartet und inzwischen planmäßig zurückgekehrt, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam.

Der Bundeswehreinsatz ist Teil des deutschen Beitrags zum internationalen Militäreinsatz im Kampf gegen den IS. Damit will sich Deutschland nach den Terroranschlägen von Paris solidarisch mit Frankreich zeigen. Kritiker haben jedoch Zweifel, ob die Mission vom Völkerrecht gedeckt ist. Die Bundesregierung weist das zurück. Genauso hält sie Befürchtungen für unbegründet, dass die Terrorgefahr hierzulande steigen könnte, wenn Deutschland sich aktiv am Kampf gegen den IS beteiligt.

Das deutsche Einsatzkontingent ist nach Angaben der Bundeswehr mittlerweile auf 194 Männer und Frauen angewachsen. Mitte Dezember war bereits ein Team mit zwei "Tornados" als Vorkommando nach Incirlik gestartet.

Zudem unterstützt die deutsche Luftwaffe die Anti-IS-Allianz mit einem Airbus, der Kampfflugzeuge in der Luft betanken kann. Außerdem ist die Fregatte "Augsburg" zum Schutz des französischen Flugzeugträgers "Charles de Gaulle" im Einsatz.

heb/AFP/dpa