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15. Februar 2002, 10:24 Uhr

Bundeswehr-Verband

Vorsitzender Gertz nennt Scharping "Witzblattfigur"

Seit seinem Turtel-Urlaub auf Mallorca im vergangenen Sommer hat Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping schlechte Karten beim Deutschen Bundeswehr-Verband. Nun nannte ihn der Vorsitzende Bernhard Gertz eine "Witzblattfigur".

Verteidigungsminister Scharping: Fataler Autoritätsverfall
DPA

Verteidigungsminister Scharping: Fataler Autoritätsverfall

Chemnitz - Nach Ansicht des Deutschen Bundeswehr-Verbandes ist Rudolf Scharping als Verteidigungsminister nicht mehr ernst zu nehmen. "Das Schlimme ist, dass der Minister zu einer Witzblattfigur der Bundesregierung geworden ist", sagte Gertz der Chemnitzer "Freien Presse".

Vor allem für die Soldaten sei dies sehr schwierig. "Der Autoritätsverfall des Ministers ist fatal für die gesamten Streitkräfte." Den Versuch Scharpings, durch den Verkauf von Kasernen der Bundeswehr die Finanzen aufzubessern, bezeichnete der Chef des Bundeswehr-Verbands als "ein vollständiges Fiasko".

Des Weiteren änderte der Bundeswehr-Verband seine Stellung zur allgemeinen Wehrpflicht und stellte diese in Frage. "Es ist danach zu fragen, ob für die Verteidigung der Bundesrepublik auch in Zukunft das Festhalten an der allgemeinen Wehrpflicht erforderlich ist", erklärte Gertz. "Das Modell der neunmonatigen Wehrpflicht hat keine Zukunft. Der Status quo ist nicht zu halten", so der Bundeswehr-Verbands-Chef. Seiner Ansicht nach sollte der Wehrdienst von neun auf vier Monate verringert werden. Der Bundeswehr-Verband hat etwa 240.000 Mitglieder.

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