Bundeswehr-Verkleinerung Luftwaffe verliert rund 500 Kampfflugzeuge

Die deutsche Luftwaffe wird in den kommenden Jahren einen großen Teil ihrer Kampfmaschinen verlieren. Zu den verbleibenden Flugzeugen sollen die bestellten 180 Eurofighter gehören, kündigte Verteidigungsminister Peter Struck an.




Eurofighter im Testflug: Standard-Kampfjet für die Luftwaffe
DPA

Eurofighter im Testflug: Standard-Kampfjet für die Luftwaffe

Berlin - Der SPD-Politiker verteidigte im ZDF-"heute-journal" die rund 18 Milliarden Euro teure Anschaffung der Jagdflugzeuge mit Hinweis auf die europäischen Partner. "Wir halten uns an Verträge, die wir unterschrieben haben." Wenn man etwas an den Eurofighter-Verträgen ändern wolle, könne man das nur gemeinsam mit den Partnern tun, sagte Struck. Eine einseitige Reduzierung der Bestellung wäre mit hohen Strafzahlungen verbunden.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums vom Mittwoch besaß die Luftwaffe Anfang der neunziger Jahre noch 746 Kampfflugzeuge. Dieser Bestand soll bis 2015 auf 262 reduziert werden. Darunter sind jene 180 Eurofighter, der Rest sind Tornado-Kampfflugzeuge.

Der Eurofighter ist Deutschlands größtes Rüstungsprojekt. Gemeinsam mit Großbritannien, Spanien und Italien will Berlin insgesamt 620 Exemplare in drei Tranchen kaufen. Das Kampfflugzeug stand in seiner mehr als 25-jährigen Entwicklungszeit mehrfach vor dem Aus. Kritiker bemängelten die hohen Kosten, auch wurde die Notwendigkeit des Flugzeugs grundsätzlich in Frage gestellt.

Der frühere Nato-General Klaus Reinhardt erwartet jedoch, dass die massiven Kürzungen bei der Bundeswehr auch den Eurofighter betreffen werden. Die Frage sei, "wie weit man in den Verträgen bleibt, aber eben die Stückzahlen adjustieren kann", sagte er dem "Handelsblatt". "Ich denke gerade an den Eurofighter, wo die Deutschen damals aus Angst, dass andere aussteigen könnten, die Ausstiegsklauseln eng gefasst haben", sagte Reinhardt.

Struck hatte gestern eine rigorose Umstrukturierung der Armee angekündigt, um sie in der ganzen Welt einsetzen zu können. Um die Streitkräfte dafür in Kernbereichen bestmöglich auszurüsten, soll bei veraltetem Gerät gekürzt werden. Insgesamt will er in den nächsten Jahren etwa 26 Milliarden Euro einsparen. 100 weiter Standorte sollen geschlossen und die Zahl der Soldaten um 35.000 auf 250.000 reduziert werden. Auch 10.000 zivile Stellen werden abgebaut.



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