Bundeswehr Wehrbeauftragter fordert Sofortprogramm wegen Materialmangel

Wichtige Waffensysteme sind laut einem Bundeswehrbericht nur eingeschränkt einsatzfähig. Der Wehrbeauftragte des Bundestags fordert in der "Welt am Sonntag" einen "Befreiungsschlag".

Auslaufmodell "Tornado": Bedingt flugbereit
Rainer Jensen/zb/DPA

Auslaufmodell "Tornado": Bedingt flugbereit


Hubschrauber, Transportflugzeuge, Kampfjets, Panzer - die Liste der nicht einsatzbereiten Maschinen der Bundeswehr ist lang. Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels (SPD), fordert Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) auf, schnell zu handeln und die Truppe besser auszurüsten. Es brauche einen "Befreiungsschlag".

Konkret wünscht Bartels sich in der "Welt am Sonntag" ein "Sofortprogramm zur Beschaffung fehlender Ausrüstung von Schutzwesten über Nachtsichtgeräte bis hin zu Ersatzteilen". Der diesjährige Report zur materiellen Einsatzbereitschaft der Bundeswehr hatte ergeben, dass die Einsatzbereitschaft wichtiger Waffensysteme erheblich eingeschränkt ist. (Lesen Sie hier die Details).

Kramp-Karrenbauer will die Bundeswehr stärker im Ausland einsetzen als bisher. Die Ministerin und CDU-Vorsitzende hatte der "Süddeutschen Zeitung" gesagt, Deutschland müsse künftig "offen damit umgehen, dass wir - so wie jedes andere Land dieser Welt - eigene strategische Interessen haben".

"Ausrüstung entscheidet über Leben und Tod"

Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Oberstleutnant André Wüstner, warnt jedoch vor mehr Einsätzen - wegen des Materialmangels. Der "Welt am Sonntag" sagte er nun: "Am scharfen Ende unseres Berufs entscheidet unsere Ausrüstung - qualitativ und quantitativ - über Leben oder Tod." Die Idee eines Sofortprogramms für die schnelle Beschaffung von Ausrüstung unterstützt er.

kko



insgesamt 64 Beiträge
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Kraftsuppe 01.12.2019
1. Das war schon lange fällig
Es ist traurig, was alles nicht geht bei der Bundeswehr: Fregatten, U-Boote, Hubschrauber, Kampfflieger, alles irgendwie schwierig. Dabei nicht nur die Schuld des fehlenden Materials, sondern auch die der Beschaffung, eine Art Bürokratiemonstrum, wie es byzantinischer kaum werden könnte.
ratznkatz 01.12.2019
2. Wer soll uns denn verteidigen
... ... wenn nicht die Bundeswehr? Aber die Politik lässt sie sehenden Auges und BEWUSST ausbluten. Ich frage mich nach dem Sinn eines solchen Verhaltens. Ich denke, es gibt keinen. Macht schnell, liebe Politiker und hofft nicht darauf, dass ANDERE uns verteidigen.
karlsiegfried 01.12.2019
3. Ich bin dagegen
Ich will keinen Krieg. Ich will Frieden auf dieser Welt. Dafür sollten Billionen ausgegeben werden. Und nicht für Waffen.
Flugzeugfreak1 01.12.2019
4. Da sollte Herr Bartels mal lieber ein Anruf beim Genossen Scholz
tätigen. Dieser ist der Finanzminister und hat die Schatulle mit den Euronen, die das Material kaufen. Die Bundeswehr muss vernünftig und angemessen für ihre Aufgaben finanziert werden, und das Zwei-Prozentziel muss erreicht werden.
hansriedl 01.12.2019
5. Nato
Die Summe der Mehrausgaben der europäischen Nato-Staaten und Kanadas von Anfang 2016 bis Ende 2020 auf 130 Milliarden US-Dollar (118 Mrd Euro) belaufen. Bis Ende 2024 sollen es sogar rund 400 Milliarden Dollar sein. Einen erheblichen Anteil an der positiven Entwicklung trägt Deutschland, das 2019 erstmals seit Jahren wieder mehr Geld für Verteidigung ausgeben wird als Frankreich. Nach neuen Nato-Zahlen kommt die Bundesrepublik im laufenden Jahr auf 47,88 Milliarden Euro, Frankreich hingegen nur auf 44,36 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Differenz von rund 3,5 Milliarden Euro. Noch im vergangenen Jahr hatte Frankreich rund 600 Millionen Euro mehr ausgegeben als Deutschland, 2013 waren es sogar noch 4,8 Milliarden Euro mehr gewesen. https://www.tagesspiegel.de/politik/erdogan-attackiert-nato-partner-macron-lassen-sie-erstmal-ihren-hirntod-untersuchen/25285994.html Wie viele Wohnungen könnten mit diesen Geld gebaut werden. Man füttert lieber die US Rüstungsindustrie.
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