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Gefährliche Munition Weitere Raketen in Bundeswehrbeständen sondern hochexplosiven Stoff ab

Ein vertraulicher Bericht des Verteidigungsministeriums belegt nach SPIEGEL-Informationen: In Munitionsdepots lagern noch mehr alte Raketentypen, die schwitzen, schimmeln und korrodieren.
aus DER SPIEGEL 3/2022
Artilleriesystem »Mars«: Schwitzende Raketen

Artilleriesystem »Mars«: Schwitzende Raketen

Foto:

Focke Strangmann / EPA-EFE

Im Bestand der Streitkräfte gibt es weitere Munition, die wegen ihres Alters gefährlich werden könnte. Das geht aus einem vertraulichen Bericht des Verteidigungsministeriums an Rüstungsstaatssekretär Benedikt Zimmer hervor. Sie soll potenziell ähnlich gefährlich sein wie die 32.641 alten Raketen vom Typ LAR 110 Millimeter, die hochexplosives Nitroglycerin ausschwitzen . Der Umgang mit ihnen musste schon untersagt werden.

Aus: DER SPIEGEL 3/2022

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In dem vierseitigen Schreiben vom 3. November 2021 werden drei weitere Raketentypen aufgelistet. So befänden sich im Lager im baden-württembergischen Wermutshausen etwa 2500 Flugkörper »Strela«, die in Holzkisten aufbewahrt würden und »oxidieren/korrodieren mit teilweiser Schimmelbildung, die zur Schädigung der Munitionslagerhäuser sowie zur Beeinträchtigung des Personals« führen könnten. Die Entsorgung sei »ins Stocken« geraten, selbst Nachfragen hätten »keine Beschleunigung des Entsorgungsprozesses« erwirken können.

139 Raketen vom Typ Scheinziel würden zwar »grundsätzlich der gleichen Alterungsproblematik« wie die der LAR-Raketen unterliegen, Auffälligkeiten seien hingegen noch nicht festgestellt worden.

Bei den mehr als 4000 Leinenschleppraketen DM59 sei allerdings auch ein »Ausschwitzen von Nitroglycerin« festgestellt worden, sie seien für die Nutzung gesperrt worden, heißt es in dem Bericht. Sobald die technischen Untersuchungen abgeschlossen seien, werde die Entsorgung »unverzüglich« eingeleitet.

ham
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