Kunstaktion vor Kanzleramt Zentrum für Politische Schönheit sammelt "vermisste Waffen" der Bundeswehr

Das Zentrum für Politische Schönheit macht mit einem Stand vor dem Kanzleramt auf fehlende Bundeswehrwaffen aufmerksam. Für Hinweise aus der Truppe setzen die Künstler angeblich ein "Kopfgeld" aus.

Die Aktionskünstler des Zentrums für Politische Schönheit protestieren mit einer neuen Aktion vor dem Kanzleramt gegen Rechtsextremismus in der Bundeswehr. Die Gruppe errichtete eine "Waffen-Rückgabecontainer-Station", dort sollen vermisste Waffen der Bundeswehr zurückgegeben werden.

Die Aktion der Gruppe steht unter dem Motto "Wo sind unsere Waffen?", auf einer Website haben die Künstler verschwundene Kampfmittel der Bundeswehr aufgelistet. Es fehlten 70.000 Schuss Munition und 60 Kilogramm Sprengstoff, heißt es dort unter Verweis auf Angaben der Bundeswehr.

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Seit Jahren entwendeten rechtsextreme Netzwerke in der Bundeswehr ungestraft Munition und schwere Waffen, um sich für einen Bürgerkrieg auszustatten, erklärten die Künstler in einer Pressemitteilung. Ziel sei es, Hinweise auf den Verbleib des Kriegsgeräts zu erhalten und die Täterinnen und Täter aufzuspüren. Verwertbare Hinweise aus der Truppe würden mit jeweils 1000 Euro belohnt. Die Rede ist von einem "Kopfgeld".

Massenweise Munition und Sprengstoff vermisst

Die Bundeswehr hat seit Jahren Probleme mit Waffen, die offensichtlich entwendet werden. Beim Kommando Spezialkräfte (KSK) werden massenweise Munition und Sprengstoff vermisst. Im Zuge der Ermittlungen beim KSK nach einer Serie von rechtsextremistischen Vorfällen war festgestellt worden, dass der Verbleib von Zehntausenden Schuss Munition und 62 Kilogramm Sprengstoff nicht geklärt ist. Im Mai hatte die sächsische Polizei auf dem Grundstück eines KSK-Soldaten ein Waffenlager ausgehoben. Neben Sprengstoff soll dort auch eine Zündschnur gefunden worden sein.

Das Zentrum für politische Schönheit ist eine Künstlergruppe um den Gründer Philipp Ruch. Zuletzt musste die Gruppe sich entschuldigen, nachdem sie im Dezember eine Säule vor dem Bundestag aufgestellt hatte, die angeblich die Asche von Holocaustopfern enthielt.

Daraufhin war dem Zentrum für Politische Schönheit unter anderem Pietätlosigkeit vorgeworfen worden sowie eine Instrumentalisierung der Opfer - unter anderem, weil das jüdische Religionsgesetz die Feuerbestattung verbietet und vorsieht, einen Leichnam respektvoll zu behandeln und vollständig zu begraben.

slü
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