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Razzia nahe Aachen Zyankali bei Bundeswehroffizier gefunden

Ein Waffenlager, radioaktives Material – und Gift: Bei einem Hauptmann der Bundeswehr haben Ermittler nach SPIEGEL-Informationen Zyankali sichergestellt. Nun rätseln sie, warum er die gefährlichen Stoffe hortete.
aus DER SPIEGEL 47/2021
Razzia am 12. Oktober in Aldenhoven

Razzia am 12. Oktober in Aldenhoven

Foto:

Ralf Roeger / dpa

Bei einem vor mehreren Wochen festgenommenen Bundeswehroffizier hat die Polizei deutlich mehr radioaktive Stoffe gefunden als bisher bekannt. Zudem stellten die Beamten hochgiftiges Zyankali sicher. Fahnder entdeckten bei Hauptmann Michael C. in Aldenhoven nahe Aachen Mitte Oktober neben einem umfangreichen Waffenlager nicht nur Strontium-90, sondern auch die ebenfalls radioaktiv strahlenden Substanzen Thorium und Americium. Bei C. wurde zudem Zyankali gefunden, das er offenbar selbst hergestellt hatte.

Bis heute rätseln die Ermittler, warum der Hauptmann die gefährlichen Stoffe hortete. Dem Militärgeheimdienst MAD war C. vor der Polizeirazzia nicht aufgefallen. Bei der Bundeswehr war er bei einer Einheit ein­gesetzt, die Terrorsprengsätze analysiert. Die zivilen Fahnder waren C. auf die Spur gekommen, als er einen Schalldämpfer für ein Maschinengewehr aus dem Zweiten Weltkrieg in die USA versenden wollte.

Aus: DER SPIEGEL 47/2021

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Die Staatsanwaltschaft Frankfurt, die nach der Durchsuchung erfolgreich Haftbefehl gegen C. beantragt hatte, wollte die neuen Details wegen der noch laufenden Ermittlungen nicht kommentieren. C.s Verteidigung war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Laut einem Vermerk des Verteidigungsministeriums hatten die Ermittler Mitte Oktober in C.s Wohnhaus in Aldenhoven eine Art Waffenkammer entdeckt . Darin fanden sich unter anderem Kalaschnikow-Gewehre, Panzer- und Flugabwehrwaffen sowie etliche entschärfte Granaten und Munition. Der Großteil des Materials soll aus dem früheren Ostblock und nicht aus Beständen der Truppe stammen.

amp/srö/mgb
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