De Maizières Soldaten-Schelte Bundeswehrverband spricht von einer Demütigung

"Die Truppe kommt sehr gut ohne Oberlehrer aus" - mit immer schärferen Worten weist der Bundeswehrverband die Kritik von Thomas de Maizière zurück. Der Verteidigungsminister hatte den Soldaten eine Gier nach Anerkennung unterstellt - eine öffentliche Demütigung.
De Maizière (CDU) in der Türkei auf Truppen-Besuch: "Ohrfeige für alle Soldaten"

De Maizière (CDU) in der Türkei auf Truppen-Besuch: "Ohrfeige für alle Soldaten"

Foto: Rainer Jensen/ dpa

Berlin - Die Kritik an Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) wird immer lauter: "Die Truppe kommt sehr gut ohne Oberlehrer aus", sagte Ulrich Kirsch, Vorsitzende des Bundeswehrverbands, der "Bild"-Zeitung. "Was sie stattdessen braucht, ist ein Minister, der sich vor seine Soldaten stellt, anstatt sie öffentlich zu demütigen." Der Minister habe "offenbar ein merkwürdiges Rollenverständnis".

De Mazière hatte den Bundeswehrsoldaten in einem Interview am Wochenende vorgeworfen: "Sie haben den verständlichen, aber oft übertriebenen Wunsch nach Wertschätzung. Sie sind vielleicht geradezu süchtig danach." Etliche Soldaten glaubten, dass sie viel weniger anerkannt würden, als es in Wirklichkeit der Fall sei. De Maizière forderte die Soldaten auf: "Hört einfach auf, dauernd nach Anerkennung zu gieren. Die Wertschätzung anderer bekommt man nicht dadurch, dass man danach fragt, sondern dass man gute Arbeit leistet."

Bereits am Sonntag hatte Kirsch reagiert - allerdings noch gemäßigter: Er halte die Wortwahl des Ministers "für enttäuschend und absolut unangemessen": "Deutsche Soldaten gieren nicht. Weder nach Anerkennung noch nach sonst irgendetwas."

Heftige Kritik am Verteidigungsminister äußerte nun auch der Veteranenverband. Verbandsvorsitzender Andreas Timmermann-Levanas bezeichnete de Maizières Einlassungen als "Ohrfeige für alle Soldaten". "Gerade im Einsatz leisten Soldaten nicht irgendeinen Job, sondern riskieren ihr Leben. Das verdient Respekt", sagte Timmermann-Levanas der "Bild"-Zeitung.

heb/AFP/dpa