Butter wird teurer Milchgipfel im Kanzleramt

Die Milchbauern kämpfen seit Monaten für höhere Preise. Ihre Erlöse sind derzeit so gering, dass viele Höfe kaum überleben können. Nun schaltet sich Angela Merkel ein und veranstaltet einen Milchgipfel im Kanzleramt. Im Vorfeld gibt es erste Meldungen, wonach Milchprodukte teurer werden.

Milchvieh in der Krise: Die Bauern erhalten nur noch 20 Cent für einen Liter Milch
ddp

Milchvieh in der Krise: Die Bauern erhalten nur noch 20 Cent für einen Liter Milch


Berlin - Die Verbraucher in Deutschland müssen sich darauf einstellen, dass die Butter teurer wird - um bis zu 30 Prozent. Der Geschäftsführer des Milchindustrie-Verbands (MIV), Michael Brandl, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", nach dem Discounter Aldi würden auch die Wettbewerber die Preise erhöhen. Ähnlich äußerte sich der Sprecher des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr. Die Edeka-Gruppe als Marktführer im deutschen Lebensmitteleinzelhandel bestätigte die Angaben ebenso wie die Lebensmittel-Unternehmen Rewe und Penny.

Edeka-Sprecher Gernot Kasel sagte der Zeitung: "Ein Paket Butter unserer Eigenmarke Gut & Günstig wird künftig 85 statt 65 Cent kosten." Brandl sagte, die Mehreinnahmen würden "eins zu eins" an die Bauern weitergegeben. "Das ist ein Indikator für die allmähliche Entlastung auf dem Milchsektor", sagte der MIV-Geschäftsführer vor dem am Freitag stattfindenden Milchgipfel im Bundeskanzleramt. Gründe für die Entwicklung sind laut HDE und MIV eine gestiegene Nachfrage sowie ein knapperes Angebot von Milchprodukten. Branchenexperten rechnen damit, dass in Kürze weitere Milchprodukte wie Frischmilch, Joghurt und Quark teurer werden.

Zu dem Gipfel am Nachmittag im Kanzleramt sind als Vertreter der Landwirte der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Gerd Sonnleitner, und der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter, Schaber, geladen. Neben Angela Merkel soll zudem Bundesagrarministerin Ilse Aigner teilnehmen. Bei dem Treffen geht es um die Abstimmung einer einheitlichen deutschen Position gegenüber der EU.

Sonnleitner forderte am Morgen im Deutschlandradio Kultur Hilfe für die Viehhalter. Europa versage durch "unverantwortliches Nichtstun". Er forderte Überbrückungshilfen, um aus der Krise herauszukommen.

Die Milchbauern in Europa kämpfen seit Monaten um höhere Preise für Milchprodukte. Sie erhielten zuletzt rund 20 Cent pro Liter Milch - notwendig für das Überleben ihrer Höfe wären nach Angaben des Milchbauernverbands (BDM) etwa 40 Cent. Im Oktober müssen Supermärkte und Molkereien ihre Lieferverträge nun neu aushandeln. Davon ist auch der Preis abhängig, den die Molkereien den Bauern zahlen.

ler/ddp



insgesamt 1182 Beiträge
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kathrin_erlenbacher, 05.05.2009
1. welchen Preis ?
Zitat von sysopDie Preise für Milch sind weiter unter Druck. Der Preis, den die Bauern erzielen, sinkt weiter, der Verbraucher zahlt weniger, aber wie sieht die Zukunft aus? Welchen wären Sie bereit für frische Milch zu zahlen?
Meine Weigerung - kürzlich in einem Supermarkt - den angegebnen Preis, welcher auf der Packung ausgewiesen war, zu zahlen, kommentierte die freundliche Dame an der Kasse mit einem sonderbaren Lächeln und einer Handbewegung, die der gemeine Mitteleuropäer wohl für 'Vogel zeigen' verwendet. Ich schlußfolgere daraus, dass es völlig belanglos ist was ich bereit bin zu zahlen.
Orix 05.05.2009
2. Warum gibt es zu viel Milch ?
Zitat von sysopDie Preise für Milch sind weiter unter Druck. Der Preis, den die Bauern erzielen, sinkt weiter, der Verbraucher zahlt weniger, aber wie sieht die Zukunft aus? Welchen wären Sie bereit für frische Milch zu zahlen?
Gibt es vielleicht zu viele Milchkühe und damit zu viel produzierte Milch ? Dann sollten die Bauern ihre Produktion umstellen oder wird die Produktion staatlich gestützt ? Seit Jahren jammern die Milchbauern(alle Bauern jammern, mal zu nass, mal zu trocken,zu viel Wind, zu späte Sonne und und und) über zu niedrige Preise aber dass kann der Markt doch regeln, Angebot und Nachfrage. Ich komme nicht aus der Landwirtschaft( bin aber auf dem Dorf groß geworden)aber die Agrarpolitik ist mir schon sehr lange Zeit ein Rätzel, da werden mit Massen an Geld die unterschiedlichsten Projekte gestützt deren Sinn sicher zweifelhaft ist. Ich persönlich freue mich immer über niedrige Preise.
Karkur 05.05.2009
3. Es ist eine Schande, wie die Primärproduzenten geknechtet werden!
Zitat von sysopDie Preise für Milch sind weiter unter Druck. Der Preis, den die Bauern erzielen, sinkt weiter, der Verbraucher zahlt weniger, aber wie sieht die Zukunft aus? Welchen wären Sie bereit für frische Milch zu zahlen?
Sehr geehrte Damen und Herren! Rinderzucht und Milchwirtschaft haben über Jahrhunderte Europa geprägt, sind Teil unserer Kultur und dt. Bauern hatten bisher einen führenden Platz in der Zucht und in der Vielfalt sowie Qualität bei Milch und den daraus hergestellten Produkten. Gerade die derzeit akute Gefahr einer Grippepandemie zeigt, welche Irrwege mit industrieähnlicher Massentierhaltung beschritten werden. Rinder, insbesondere Milchkühe, sind nicht so schnell wieder in Leistungsherden aufzubauen, wenn die Milchproduktion erst mal aufgegeben wurde, ist ein Neuanfang bei veränderter Marktlage nicht leicht möglich. Bei den derzeitigen Kostenstrukturen benötigen Bauern je nach Hoflage ca. 40 - 45 Cent/l Milch bei ca. 3,8 % Fett um mit ausreichendem Ergebnis rentabel Milch zu erzeugen. Dieser Erzeugerpreis muss ihnen zugestanden werden. Desweiteren muss verboten werden, dass in der EU Kunstkäse produziert und eingesetzt wird. Hier wird künstlich der Echtkäsebedarf und damit der Rohmilchmarkt erheblich gestört und der Verbraucher schamlos betrogen! Angesichts der Bedeutung der Milch für eine gesunde Ernährung muss die Schulmilchversorgung wieder Pflicht, der Trinkmilchverzehr durch besseres Marketing auf ca. 0,5 bis 1,0 l / pro Kopf erhöht werden und man sollte in der Gastronomie auch grundsätzlich Milch im Angebot haben. Zugleich muss man sich fragen, warum Molkereien und Handel an der Milch verdienen müssen, der Bauer jedoch ins Minus und in den Ruin geführt wird! Wenn die Gewinne in der Erzeugerkette vernünftig bei allen Beteiligten ankommen, wäre ich gern bereit, für einen Liter qualitativ hochwertige Trinkmilch zwischen 80 Cent bis 1,0 Euro zu bezahlen! Mit freundlichen Grüssen Abu Karim
StefanKomarek 05.05.2009
4. Eigene Verantwortung
Von Erich Kästner stammt der Satz: an jedem Unfug, der passiert, ist nicht nur der schuld, der ihn verursacht hat, sondern auch der, der in nicht verhindert (das fliegende Klassenzimmer). Es ist jetzt einfach, auf die Discounter einzuschlagen. Fassen wir uns mal lieber an die eigene Nase. Jeder, der Milch zum Dumpingpreis kauft, ist mit verantwortlich an der Situation. Es gibt auch heute noch Milch, die zu fairen Preisen angehoben wird, z.B. Bio-Milch in Reformläden oder selbst im Supermarkt. Aber auch die Bauern sind nicht unschuldig. Früher stellten die Bauern viele Produkte gleichzeitig her, sie hatten Felder mit Getreide und Gemüse und Schweine und Kühe und Geflügel. Heute konzentrieren viele Bauern sich auf einen einzigen Artikel: nur Schweine oder nur Milchkühe oder nur Getreide usw. Damit machen sie sich von den Schwankungen der einzelnen Märkte extrem abhängig. Zudem deutet die Preisentwicklung darauf hin, dass anscheinend mehr Milch produziert wird als nachgefragt wird. Mittelfristig hilft da wohl nur eine Verringerung der Produktionsmenge. Allerdings, eins muss uns Verbrauchern klar sein. Wenn die Lebensmittelpreise steigen (und damit verbunden hoffentlich auch die Qualität), wird deswegen unser Einkommen nicht ebenfalls angehoben werden. Das Mehr-Geld für Lebensmittel werden wir woanders wieder einsparen müssen.
Orix 05.05.2009
5.
Zitat von KarkurSehr geehrte Damen und Herren! Rinderzucht und Milchwirtschaft haben über Jahrhunderte Europa geprägt, sind Teil unserer Kultur und dt. Bauern hatten bisher einen führenden Platz in der Zucht und in der Vielfalt sowie Qualität bei Milch und den daraus hergestellten Produkten. Gerade die derzeit akute Gefahr einer Grippepandemie zeigt, welche Irrwege mit industrieähnlicher Massentierhaltung beschritten werden. Rinder, insbesondere Milchkühe, sind nicht so schnell wieder in Leistungsherden aufzubauen, wenn die Milchproduktion erst mal aufgegeben wurde, ist ein Neuanfang bei veränderter Marktlage nicht leicht möglich. Bei den derzeitigen Kostenstrukturen benötigen Bauern je nach Hoflage ca. 40 - 45 Cent/l Milch bei ca. 3,8 % Fett um mit ausreichendem Ergebnis rentabel Milch zu erzeugen. Dieser Erzeugerpreis muss ihnen zugestanden werden. Desweiteren muss verboten werden, dass in der EU Kunstkäse produziert und eingesetzt wird. Hier wird künstlich der Echtkäsebedarf und damit der Rohmilchmarkt erheblich gestört und der Verbraucher schamlos betrogen! Angesichts der Bedeutung der Milch für eine gesunde Ernährung muss die Schulmilchversorgung wieder Pflicht, der Trinkmilchverzehr durch besseres Marketing auf ca. 0,5 bis 1,0 l / pro Kopf erhöht werden und man sollte in der Gastronomie auch grundsätzlich Milch im Angebot haben. Zugleich muss man sich fragen, warum Molkereien und Handel an der Milch verdienen müssen, der Bauer jedoch ins Minus und in den Ruin geführt wird! Wenn die Gewinne in der Erzeugerkette vernünftig bei allen Beteiligten ankommen, wäre ich gern bereit, für einen Liter qualitativ hochwertige Trinkmilch zwischen 80 Cent bis 1,0 Euro zu bezahlen! Mit freundlichen Grüssen Abu Karim
Danke für ihre Sicht der Dinge ! Wenn ich Sie richtig verstehe, gibt es schon eine Überproduktion und es fehlt eine Strategie den Bedarf an Milch zu steigern. Besser, mit einer Kampanie " Milch ist gesund " oder ähnlich wäre den Bauern schon geholfen ? Dann sollte sich die Bauer Experten der Pharmaindustrie ausleihen, die Wissen wie man die Ware an den Mann (Frau) bringt. Trotzdem denke ich es hat auch was mit der Struktur der Produktion zu tun, riesige Rinderställe und die Spezialisierung nur auf Milch, das kann nicht gut sein. Die ganze Landwirtschaft ist mir zu sehr industriemäßig aus gerichtet mit Hühnerfabriken, Schweinefabriken u.s.w. Die gesunde Mischung fehlt.
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