"C wie Zukunft" CDU wird für Wahlplakat veräppelt

Die SPD in Mecklenburg-Vorpommern bekommt Wahlkampfhilfe aus dem Nachbar-Bundesland: Ein 19-Jähriger aus Niedersachsen hat eine Website geschaltet, auf der Hunderte Nutzer den aktuellen Slogan der CDU parodieren. Denn der ist reichlich verwirrend.
Wahlplakat der CDU in Mecklenburg-Vorpommern: "Es hat funktioniert"

Wahlplakat der CDU in Mecklenburg-Vorpommern: "Es hat funktioniert"

Foto: CDU/ Klaus-Dieter Götz

Schwerin - C wie ziemlich blöd: Die Wahlkampfkampagne der CDU Mecklenburg-Vorpommerns sorgt für eine Spottwelle im Internet. Binnen weniger Stunden brachte der Plakat-Slogan "C wie Zukunft" der Partei zahlreiche hämische Kommentare im Internet ein.

Über soziale Netzwerke wie Facebook verbreiteten sich Hunderte Parodien wie "C wie Wahlkampfdebakel" oder "C wie Helmut Cohl", nachdem der 19-jährige Dennis Morhardt aus Salzgitter in der Nacht zu Montag die Seite www.c-wie.de  ins Netz stellte.

"Wir wollten in die Diskussion kommen"

Morhardt, der selbst Mitglied der niedersächsischen SPD ist, spricht gegenüber SPIEGEL ONLINE von bislang "mehr als 3000 Einträgen". Im Moment müsse er jeden einzelnen kontrollieren, bevor dieser freigeschaltet werde, "sonst wird da jede Menge Müll reingestellt". Unter den Spruch-Parodien finden sich in der Tat viele Nonsens-Zeilen ("C wie...erstmal zu Penny") aber auch einige Perlen ("C wie Ich kaufe ein Z", "C wie Bel-Suppe").

CDU-Generalsekretär Vincent Kokert verteidigte die Kampagne - und freute sich über die Aufmerksamkeit. "Wir haben gehofft, in die Diskussion zu kommen. Es hat funktioniert", sagte Kokert am Dienstag. Er erläuterte, das "C" stehe in erster Linie für die CDU und den Spitzenkandidaten für die Landtagswahlen am 4. September, Lorenz Caffier.

Die Bürger des nordöstlichen Bundeslands wählen am 4. September einen neuen Landtag. In einer Umfrage für den NDR Ende Juni lag die SPD mit 34 Prozent der Stimmen vorn, gefolgt von der CDU mit 30 Prozent.

Die Linken erreichten demnach 17 Prozent. Rechnerisch bliebe damit beides möglich: eine Fortsetzung der rot-schwarzen Koalition oder eine Neuauflage eines rot-roten Bündnisses.

Die Grünen kämen mit ihrem Ergebnis von acht Prozent erstmals in den Landtag. Für die FDP und die NPD hingegen wäre die Zeit im Landtag vorbei. Sie erreichten zum Zeitpunkt der Umfrage jeweils vier Prozent.

amz/dapd
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