»Zu Genusszwecken« Ampel plant kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene

Jetzt steht es fest: Die Ampelkoalition plant eine Legalisierung von Cannabis für Erwachsene. Nach vier Jahren soll das Gesetz auf »gesellschaftliche Auswirkungen« überprüft werden.
Cannabis-Raucher (Symbolfoto)

Cannabis-Raucher (Symbolfoto)

Foto: Paul Zinken / dpa

Für manche war der Schritt überfällig, andere sehen darin einen Dammbruch: Die Ampelkoalition will eine »kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften« einführen. Dadurch würden »die Qualität kontrolliert, die Weitergabe verunreinigter Substanzen verhindert und der Jugendschutz gewährleistet«, heißt es in dem Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP (lesen sie hier die wichtigsten Punkte des Koalitionsvertrags).

Das geplante Gesetz solle nach vier Jahren auf »gesellschaftliche Auswirkungen« überprüft werden. Weiter heißt es im Koalitionsvertrag: »Wir verschärfen die Regelungen für Marketing und Sponsoring bei Alkohol, Nikotin und Cannabis.«

Um dem Missbrauch von Alkohol und Nikotin vorzubeugen, wollen die drei Parteien »auf verstärkte Aufklärung mit besonderem Fokus auf Kinder, Jugendliche und schwangere Frauen« setzen.

Hanfverband spricht von einem »großen Wurf«

Im Blick stehen sollen auch Modelle zum »Drug-Checking«. Bei solchen Angeboten können zum Beispiel Partygänger auf dem Schwarzmarkt gekaufte Drogen auf Reinheit testen lassen. Gleichzeitig sollen die Regelungen für Marketing und Sponsoring bei Cannabis, Alkohol und Nikotin verschärft werden. Bei der Suchtprävention solle der Fokus vor allem auf der verstärkten Aufklärung von Kindern, Jugendlichen und schwangeren Frauen liegen.

Der Deutsche Hanfverband sprach von einem »großen Wurf«. »Viele Länder werden diesem Beispiel folgen und ebenfalls Cannabis legalisieren«, erklärte DHV-Sprecher Georg Wurth. Nach Einschätzung des Verbands sollte aber auch der Eigenanbau legalisiert werden. Er stelle »für regelmäßige Konsumenten mit höherem Verbrauch und geringem Einkommen eine wichtige Alternative zum Fachgeschäft dar«. Medizinisches Cannabis gibt es in Deutschland seit 2017 auf Rezept. In Kanada und Uruguay ist Cannabis bereits vollständig legalisiert ebenso wie in mehreren US-Bundesstaaten.

als/dpa/AFP
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