Castor-Transport Tumulte vor dem Zwischenlager Ahaus

Der dritte und letzte Castor-Transport mit Atommüll aus dem sächsischen Rossendorf ist am frühen Morgen in Ahaus eingetroffen. Vor dem Zwischenlager in der nordrhein-westfälischen Stadt kam es zu Tumulten.


Protest gegen Castor-Transport in Ahaus: Schachzug der Polizei
DPA

Protest gegen Castor-Transport in Ahaus: Schachzug der Polizei

Ahaus - Der Konvoi mit den sechs Lastwagen aus dem ehemaligen DDR-Forschungsreaktor Rossendorf erreichte das Zwischenlager nach Angaben der Polizei um 2.28 Uhr über einen Wirtschaftsweg - unbemerkt von den Demonstranten. Die Atomkraftgegner reagierten auf den Schachzug der Polizei mit Tumulten. Sie ließen ihre Wut an einem Polizeiwagen aus. Außerdem flogen Flaschen und andere Gegenstände.

Die Vertreter der Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" riefen die Demonstranten auf, friedlich nach Hause zu gehen. Der Appell wurde zunächst nicht befolgt. Es kam zu einzelnen vorläufigen Festnahmen. Auch die Polizei war um Deeskalation bemüht. Nach rund zwei Stunden beruhigte sich jedoch die Lage.

Die Fahrzeuge hatten am Mittag begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot das frühere Reaktorgelände in der Nähe von Dresden verlassen und bis nach Ahaus eine rund 600 Kilometer lange Strecke zurückgelegt. Zu nennenswerten Zwischenfällen kam es dabei nicht, wie ein Polizeisprecher sagte.

Damit sind seit dem 30. Mai an drei Montagen in Folge aus Rossendorf insgesamt 18 Castoren mit zusammen 951 Brennstäben in das Brennelemente-Zwischenlager Ahaus gebracht worden.

Die Genehmigung für den von Sachsen beantragten Transport hatte das Bundesamt für Strahlenschutz bereits vor 14 Monaten erteilt. Nicht zuletzt wegen des juristischen Widerstands der rot-grünen Landesregierung in Nordrhein-Westfalen, der letztlich erfolglos blieb, kam jedoch ein Vollzug noch vor der dortigen Landtagswahl vor einer Woche nicht zustande.



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