CDU-Nachfolgedebatte Kramp-Karrenbauer sieht Armutsproblem als sozialen Sprengsatz

Wo steht Annegret Kramp-Karrenbauer? Im Kampf um den CDU-Vorsitz haben sich ihre Konkurrenten inhaltlich schon positioniert. Die Generalsekretärin will sich erst in der kommenden Woche äußern, sendet aber erste Zeichen.

Annegret Kramp-Karrenbauer
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Annegret Kramp-Karrenbauer


CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat das Armutsproblem in Deutschland als sozialen Sprengsatz bezeichnet und mehr Chancengleichheit angemahnt. Es bestehe dringender Handlungsbedarf, zumal viele Kinder von Armut betroffen seien, sagte sie bei einer Veranstaltung ihrer Partei am Freitagabend in Landau.

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Kramp-Karrenbauer äußerte sich mit Blick auf eine EU-weite Erhebung, wonach im vergangenen Jahr allein in Deutschland etwa 15,5 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht waren.

"Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass Kinder bei uns ausgegrenzt werden", sagte die frühere Ministerpräsidentin des Saarlands beim CDU-Südpfalztreffen. Bei der Veranstaltung wurden mehrere Initiativen sowie ehrenamtlich tätige Frauen und Männer gewürdigt.

Zu ihrer Kandidatur um den CDU-Vorsitz wollte sich Kramp-Karrenbauer nicht äußern. An einem Abend, an dem Menschen für ihren ehrenamtlichen Einsatz geehrt würden, empfinde sie dies als "Zeichen der groben Missachtung", sagte sie.

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Gabriel räumt Merz gute Chancen ein

Die 56-Jährige hat angekündigt, dass sie sich erst kommende Woche zu ihrer Kandidatur äußern will. Sie gilt als Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die auf dem CDU-Parteitag im Dezember nicht mehr für den Parteivorsitz kandieren will. Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn, die ebenfalls antreten wollen, haben sich öffentlich bereits positioniert. Beide werden dem konservativen Lager zugerechnet.

Aus Sicht des früheren SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel hat Merz "ganz sicher gute Chancen", Merkel an der Spitze der CDU zu beerben. Er geht davon aus, dass Merz auf das Kanzleramt spekuliert. "Ich glaube, jeder Vorsitzende der CDU hat im Kern den Anspruch, der nächste Kanzler zu werden", sagte der ehemalige Vizekanzler der Nachrichtenagentur dpa am Rande eines Besuchs in Martinsburg im US-Bundesstaat West Virginia. "Warum sollte jemand Vorsitzender der CDU werden wollen, wenn er nicht den Anspruch hat, Nachfolger von Angela Merkel zu werden?"

stk/dpa



insgesamt 102 Beiträge
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Seite 1
modemhamster 03.11.2018
1. Damit ist sie
schon mal einen großen Schritt weiter als die SPD. Die will das ja einfach nicht kapieren...
hansa_vor 03.11.2018
2. Schön
das Frau KK den "sozialen Sprengsatz" sieht. Nur warum versucht Sie nichts dagegen zu unternehmen? Ich meine mich zu erinnern dass die CDU in Regierungsverantwortung ist und Frau KK Mitglied des Kabinetts. Sonntags Reden kann ich auch schwingen.
fin2010 03.11.2018
3. CDU, die bessere SPD
Armutgefährdung ist von der Definition her reine Statistik. Gib jedem 100% mehr Einkommen und die Armutsgefährdungsquote bleibt dennoch gleich. Mahr Augenmerk sollte darauf liegen, ob es dem Einzelnen heute besser geht als vor 10 / 20 / 30 Jahren bzw. in 10 Jahren besser geht als heute. Und bitte wirklich dem Einzelnen. Nicht den ärmsten x%. Die werden durch Zuwanderung ständig aufgefüllt. Also, liebe AKK, bitte nicht dieselbe Sülze wie die SPD und Interessenverbände verbreiten, keine Klientelgeschenke sondern eher die Basis für weiteren Wohlstandzuwachs legen. Z.B. Infrastruktur, Bildung, Integration. Dann gibt es rechts nicht soviel Platz für die AfD und links wieder etwas mehr für SPD Träumer.
musorki 03.11.2018
4. so so sprengsatz also...
...seit wann regiert denn die CDU in deutschland und wieviel anteil hat die cdu an dem armutsproblem. wer bremst bei mindestlohn, und wer hat dem gefälle zwischen arm und reich keinen riegel vorgeschoben. wer hat die "mittelschicht" durch eine vollkommen verfehlte politik in sachen wohnen und mieten in die armut getrieben. die cdu ist nun wirklich weit davon entfernt, sich als anwalt des kleinen mannes aufzuspielen. merkel und ihre truppe hat an dem aufstieg der neo-braunen einen gewaltigen anteil.
blabla55 03.11.2018
5.
Endlich einmal etwa konkretes.Sonst wird man mit diesen Flüchtlingsthema zugeschüttet. Lenkt von der eigentlichen Krise wie Rentenkrise,Kinderarmut usw.perfekt ab.
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