CDU-Machtkampf Fraktionschefs werben für Laschet

Kurz vor dem Parteitag am Wochenende melden sich prominente CDU-Mitglieder mit öffentlichen Unterstützungsaktionen für ihren Favoriten. Vom jüngsten Vorstoß profitiert Armin Laschet.
Armin Laschet

Armin Laschet

Foto: Pool / Getty Images

Lange Zeit schien Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet im Rennen um den CDU-Vorsitz abgehängt – nicht nur in den Umfragen. Während die Anhänger von Friedrich Merz und Norbert Röttgen etwa in den sozialen Medien offensiv für die beiden warben, blieb es um Laschet eher still. Doch seit vergangener Woche gibt es mehr Rückenwind für den Kandidaten aus Aachen. Mit CDU-Vize Volker Bouffier, Niedersachsens Landeschef Bernd Althusmann und Kanzleramtschef Helge Braun hat sich Parteiprominenz auf die Seite Laschets geschlagen.

Und auch der neueste Appell wenige Tage vor dem digitalen Parteitag dürfte Laschet helfen: Fünf CDU-Fraktionsvorsitzende aus West- und Ostdeutschland sprechen sich für ihn aus. In der Erklärung, die dem SPIEGEL vorliegt, heißt es: »Wir als Fraktionsvorsitzende wissen: Gute Arbeit in der Partei führt zu guten Wahlergebnissen und in der Folge zu starken CDU-Fraktionen.« Nur so könne die CDU Volkspartei bleiben, schreiben die Chefs der CDU-Landtagsfraktionen von NRW, Niedersachsen, Thüringen, Brandenburg und Bremen. »Wir sind überzeugt«, heißt es weiter, dass Laschet und sein Teampartner Jens Spahn »diesem notwendigen Anspruch an uns selbst bestens gerecht werden«. 

Im Osten gilt eigentlich Merz als Favorit

Dass Bodo Löttgen, Fraktionschef in Düsseldorf, seinen Ministerpräsidenten unterstützt, ist wenig überraschend. Aber der Rückhalt auch aus Thüringen und Brandenburg ist wichtig für den Kandidaten, der sich bislang im Osten schwerer getan hat als sein Konkurrent Friedrich Merz.

Vor allem in Thüringen dürfte Laschet es nicht leicht haben. Hier hatte das gemeinsame Votum der CDU-Abgeordneten mit den Stimmen der AfD bei der Ministerpräsidentenwahl letztlich zum Abgang von Noch-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer geführt.

Nun erklärt Fraktionschef Mario Voigt in dem gemeinsamen Appell, Laschet und Spahn würden sich dafür einsetzen, »unsere Partei gleichzeitig modern und traditionsbewusst, weltoffen und patriotisch aufzustellen. Dafür haben sie meine Unterstützung.« Jan Redmann, Voigts Amtskollege aus Brandenburg verspricht Laschet seine Stimme, »weil der Osten einen CDU-Chef braucht, der Strukturwandel kennt und kann«.

Öffentliche Unterstützungserklärungen sind für die drei Kandidaten vor dem Parteitag am Freitag und Samstag äußerst wichtig, weil die Stimmungslage so unübersichtlich ist. Wenige CDU-Mitglieder wagen Prognosen, wer am Ende als Sieger aus dem virtuellen Treffen hervorgeht. Die Stimmen prominenter Unterstützerinnen und Unterstützer könnten auch Unentschlossene noch überzeugen, so die Hoffnung.

ama
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.