K-Frage bei der CDU Laschet will keine Mitgliederbefragung zur Kanzlerkandidatur

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet befeuert im SPIEGEL die Debatte um die Spitzenkandidatur der Unionsparteien. Der CDU-Vize warnt vor einem Konflikt mit der CSU.

Armin Laschet
Federico Gambarini/ DPA

Armin Laschet


Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Armin Laschet hat sich dagegen ausgesprochen, den nächsten Kanzlerkandidaten der Union durch die Mitglieder wählen zu lassen. "Eine Mitgliederbefragung zur Kanzlerkandidatur halte ich für problematisch", sagte Laschet dem SPIEGEL. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+.)

"Das hieße, dass die CDU die CSU überstimmen könnte. Das wäre für das Verhältnis zwischen beiden Parteien über den Tag hinaus schwierig", so der nordrhein-westfälische Ministerpräsident. Laschet werden selbst Ambitionen auf die Spitzenkandidatur der Unionsparteien bei der Bundestagswahl nachgesagt.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ist zuletzt in den eigenen Reihen in die Kritik geraten. In der Partei wurde die Frage laut, ob sie bei der kommenden Wahl die geeignete Spitzenkandidatin wäre.

Ihr einstiger Konkurrent um den Parteivorsitz, der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz, hatte in dieser Woche in der ARD-Talksendung "maischberger. die woche" erklärt, wenn Kramp-Karrenbauer ihm die Kanzlerkandidatur anböte, würde er darüber nachdenken.

CDU-Vize Laschet kritisierte im SPIEGEL, seine Partei setze sich nicht genug mit den Grünen auseinander. "Wir schonen die Grünen im Moment zu sehr", sagte er. "Wir dürfen nicht grüner werden als die Grünen. Wir müssen sichtbar machen, wo unsere Antworten sind."

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insgesamt 10 Beiträge
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viellärmumnichts 21.06.2019
1. Der Wähler zählt nichts
Die etablierten Parteien wundern sich über den Wählerschwund. Dabei versuchen gerade bei der EU, in Großbritannien und in Deutschland die Parteien neue Regierungschefs einzusetzen, ohne Wählervotum. Weber und Timmerman waren die gesetzten Spitzenkadidaten, und jetzt interessiert das niemanden mehr? Noch schlimmer, AKK und Boris sollen ohne Wählervotum mit Hilfe innerparteicher Kungelei auf den Regierungssitz gelangen. Also so hab ich Demokratie noch nie verstanden. Donald Trump hatte immerhin die wahltechnisch relevante Mehrheit hinter sich.
motoko_kusanagi 21.06.2019
2. Echt jetzt ?
"Eine Mitgliederbefragung zur Kanzlerkandidatur halte ich für problematisch", weil die CSU dabei so schlecht da stehen würden. Ein wahres Wort gelassen ausgesprochen und enthüllt das seit Jahrzehnte bestehende Ungleichgewicht, welches nicht etwa behoben werden soll, sondern als Rechtfertigung zum Abbügeln herangezogen wird. Im Grunde genommen ist die CSU in Bayern zwar eine sehr spezielle, dennoch de facto ein weiteres Parteien-Land der CDU und sollte schon angemessen ihrem Gewicht berücksichtigung finden. Ist aber nicht so. Tatsächlich wird sie überproportunal gehegt und gepflegt und führt zu einer Deformierung der Meinungsbildung des Gesamt-Konstrukt CSU/CDU. Insgesamt sehe ich für die Nach-Merkel-Ära ziemlich schwarz. Erstens natürlich in der generellen Ausrichtung der CDU nach den Abgang von BK Merkel (Rechtsruck egal wer danach kommt). Zweitens natürlich auch im konkreten. RWE-Laschet ist in keinster Weise ein Hoffungsträger Richtung Zukunft. Seine Auslassung zur innerparteilichen Meinungsbildung offenbart ihn als Bremser und seine Ansichten zu den Grünen ist eine RWE-Lobbyist nur konsequent. Zwar habe ich meine Wette gewonnen und AKK ist Parteivorsitzende geworden (das geringste CDU-Übel), jedoch ihr konkreter Politikansatz ist keine "Versöhnung" mit dem konservativen Flügel, sondern ist die Manifestation dessen. Dies und ihre desaströsen Kommunikationsschwäche wird sie wohl vor dem Kanzleramt ausbremsen. Konsequent wanzt sich penetrant bei jeder passender und unpassender Gelegenheit Friedrich Merz an die Kanzlerkandidatur heran. Hohles Geschwätz dass er überlegenwürde über das Kanzleramt, wenn AKK es ihm antragen würde. So´n Quatsch. Mit aller medialen Möglichkeiten und von der Werteunion von rechtsaußen getragen wird er dieses Ziel auf Biegen und Brechen erzwingen wollen. Angesichts der Aussicht, dass direkt die Heuschrecken das Bundeskanzleramt besetzen und damit den 1000 Lobbyisten direkt das Wohl des Volkes durch den Erz-Marktradikalen ausliefert erscheint nach 1 1/2 Jahren selbst ein Gesundheitsminister Spahn als "Hoffnunsgträger" (o mann) oder gar der junge Generalsekretär, der (gemessen an d em was momentan da ist) scheints entwicklungsfähig zu sein (junge Politiker ran lassen).
Freidenker10 21.06.2019
3.
Zitat von viellärmumnichtsDie etablierten Parteien wundern sich über den Wählerschwund. Dabei versuchen gerade bei der EU, in Großbritannien und in Deutschland die Parteien neue Regierungschefs einzusetzen, ohne Wählervotum. Weber und Timmerman waren die gesetzten Spitzenkadidaten, und jetzt interessiert das niemanden mehr? Noch schlimmer, AKK und Boris sollen ohne Wählervotum mit Hilfe innerparteicher Kungelei auf den Regierungssitz gelangen. Also so hab ich Demokratie noch nie verstanden. Donald Trump hatte immerhin die wahltechnisch relevante Mehrheit hinter sich.
Das ist in unserem Parteiensystem fast schon der Normalfall. Wer bei letztenmal SPD gewählt hat hat auch Merkel bekommen. Beim nächstenmal werden Grünen und FDP Wähler auch einen Unionskanzler/in bekommen, oder die Unionswähler einen Grünen Kanzler/in. Ich halte da auch nicht viel davon, aber ein Präsidialsystem ist den Deutschen aufgrund der Vergangenheit wohl aber immer noch zu unheimlich. Also bekommen wir auch weiterhin nur Kanzler die sich jahrelang durch ihre Parteien geschleimt haben und komplett weichgespült sind. Auch bringt dieses politische System eigentlich nur Kompromisse hervor die am Ende niemandem nützen...
dr.frustus 21.06.2019
4. Das Risiko …
… ist den CD(S)U-Oberen zu groß. Da könnte der Falsche gewählt werden. Besser im Hinterzimmer was auskungeln. Da haben sie ja Erfahrung in der CD(S)U.
sarapo29 21.06.2019
5. Hier das ganze, wa(h)re Zitat
"Eine Mitgliederbefragung zur Kanzlerkandidatur halte ich für problematisch"... und so geht der Satz - nur meine Vermutung- wohl weiter ..." und zwar einerseits für mich und meine Karriere als nächster Bundeskanzler. Zum anderen aber selbstverständlich auch für die gesamte Bundesrepublik Deutschland, sollte die Firma Blackrock das Kanzleramt übernehmen in Form von Friedrich Merz. Denn ja: Es steht zu befürchten dass der gemeine CDU/ CSU Wähler aufgrund seiner fortgeschrittenen Vergreisung mittlerweile zu dumm ist das Spiel von Blackrock zu durchschauen. Sicher: Für uns als Union war es immer schon in Ordnung wenn das Geld regiert - aber die Posten in der Regierung wollen wir bitte immer noch selber besetzen!" Ja, so wirds gewesen sein - Aber kurz vor der Veröffentlichung hat Armin Laschet halt gekürzt...
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